Nach einer Nacht mit gut 35°C auf dem Hinterhofparkplatz in Lago Agrio geht es am nächsten Tag früh am Morgen weiter Richtung Baños. Auf halber Strecke sehen wir bei Archidona eine schöne Hosteria und fragen, ob man uns auf deren Parkplatz übernachten läßt. Beim Einfahren in das Grundstück werden wir hier aber erst einmal von einem ganz speziellen Security-Wachtposten begrüßt. Ratz fatz hängt der kleine Brüllaffe am Spiegel und begrüßt mich auf seine Weise. Sein Interesse verliert er erst, als er Claudia draußen erspäht und ihr entgegenspurtet und an ihrem Arm nach oben klettert. Hiervon gibt es „leider“ kein Bildmaterial. Die Anlage ist sehr ansprechend angelegt und wir lassen den Tag in deren Pool ausklingen.

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01 am Rio Tena in Archidona02 wir werden tierisch begruesst03 ganz schoen neugierig04 auf Schritt und Tritt werden wir verfolgt05 hier gefaellt es uns06 Abkuehlung nach einem heissen Fahrtag07 Orchideen08 auch die grossen Bruellaffen sind nicht scheu

Zirka 15 km vor Baños bei Rio Verde liegt die kleine Anlage Pequeño Paraiso. Das schottisch-australische Paar Sue und Marc betreiben diese Cabaña-Camping-Anlage und haben für Wohnmobile ein bis zwei Stellplätze im Angebot. Marc ist derzeit in Australien und da uns der Platz gut gefällt und keine weiteren Gäste anwesend sind, entscheiden wir uns hier mit Sue gemeinsam Sylvester zu verbringen und haben mit ihr einige schöne Tage. Gemeinsam besuchen wir den nahegelegenen Wasserfall Machay oder fangen beim benachbarten Restaurant selbst unsere Forellen, die dann gleich frisch zubereitet und serviert werden. Das Endresultat war dann sehr lecker und mit nicht mal 4 Euro das komplette Gericht incl. Getränke auch äußerst günstig.

01 es geht Richtung Banos02 im Pequeno Paraiso finden wir einen schoenen Platz03 Erfrischungspool04 riesige Farnbaeume05 mit Sue am Machay Wasserfall06 Machay Wasserfall07 unser Mttagessen muessen wir selbst fangen08 endlich haengt die Forelle am Haken

Sue führt uns durch den Ort Baños und zeigt uns an einem anderen Tag das kleine Dorf Rio Verde, welches vom Pequeño Paraiso aus zu Fuß nur ca. 20 Minuten entfernt liegt. Es ist Sonntag und viel los in Rio Verde, das über eine Freizeitanlage mit einem kleinen See verfügt, wo man sich ein Schlauchboot mieten und im Kreis paddeln kann. Die Ecuadorianer haben bei solchen Attraktionen einen Riesenspaß und mit lauter Musik ist das ein Vergnügen für die ganze Familie. Wir gehen aber schnell weiter zum Ortsrand und besichtigen dort einen der drei größten Wasserfälle Ecuadors, den Pailon de Diablo. Nach 11 schönen Tagen verlassen wir Sue, Marc, der zwischenzeitlich aus Australien zurückgekommen ist, und ihr Pequeño Paraiso.

01 was gibts denn da zu sehen02 wir sind in Rio Verde03 Freizeitbeschaeftigung der Einheimischen04 da haetten aber noch ein paar hinein gepasst05 am Pailon de Diablo06 der Wasserfall stuerzt hinunter07 kleine Spende bitte fuer die naechsten Kostueme08 hier gibts die besten Empanadas

Unser Weg führt uns weiter hinauf in die Berge bis nach Quilotoa. Quilotoa liegt direkt an dem Kratersee des gleichnamigen Vulkans auf 3.800 Metern Höhe. Das Wetter ist heute zu schlecht zum Wandern und wir verschieben unser Vorhaben auf den nächsten Tag. Mit Coca-Tee bekämpfen wir erfolgreich aufkommende Kopfschmerzen, denen wir schon des Öfteren in solchen Höhen ausgesetzt waren, und haben eine gute, ruhige Nacht am Parkplatz des Touristenzentrums. Doch auch am Morgen ist das Wetter nicht berauschend und wir machen uns nur rund 3 Stunden auf den Weg entlang am Kraterrand und sind beeindruckt von der schönen Landschaft an der Laguna Quilotoa.

01 auf dem Weg zur Laguna Quilotoa02 leider haengen die Wolken sehr tief03 wilde Lamas04Laguna Quilotoa05 Aussicht vom neuen Mirador06 im Nebel geht es am Kraterrand zurueck 07 unterwegs treffen wir eine Baeuerin 08 Canon del Rio Toachi

Auf dem Rückweg fahren wir durch das Dorf Saquisili und entscheiden uns hier zu übernachten. Claudia hat gelesen, daß es hier jeden Donnerstag einen interessanten Wochenmarkt geben soll, und da morgen Donnerstag ist, gibt es nix zu überlegen. Der Markt von Saquisili ist aber in Wirklichkeit nicht ein großer, sondern es sind 8 einzelne, an verschiedenen Plätzen des Ortes stattfindende Märkte. Ob Tier-, Lebensmittel- oder Künstlermarkt, jeder hat für sich seinen eigenen Charakter. Wir schaffen 4 Märkte in 5 Stunden und haben viel günstiges Obst sowie eine CD mit angenehmer Andenmusik einer ecuadorianischen Band aus dem Hochland im Gepäck, bevor es weiter geht zum Vulkan Cotopaxi.

01  die Bauern kommen zum Markt02 warten auf Kundschaft03 Fleisch gibts an der Strasse04 verschieden Getreidesorten im Angebot05 huebsch gemacht fuer den Einkauf06 es wird gehandelt07 uns vergeht der Appetit08 wir kaufen lieber Obst und Gemuese09 Musikgruppe aus der Gegend 10 tolle Unterhaltung am Markt 11 leider haben wir keinen Platz12 Aenderungsschneiderei

Auf einer nagelneu geteerten Straße geht es hinauf zum südlichen Eingang des Nationalparks des Vulkans Cotopaxi. Der Eintritt ist kostenlos und wir müssen uns nur registrieren, bevor wir der Straße zum Cotopaxi weiter folgen. Nach ca. 12 Kilometern fahren wir vorbei an dem Campingareal, auf dem wir heute übernachten wollen, denn es geht erst einmal noch weitere 10 km auf Schotter hinauf bis zum Parkplatz, der auf über 4.600 Metern liegen soll. Unser Großer quält sich immer mehr, je höher es geht, bis er bei 4.500 Metern die Fahrt komplett einstellt. Ich trete das Gaspedal voll durch, und es tut sich nichts, bis dann nach mehr als einer Minute der Motor wieder greift und mit voller Kraft losrast, bis es mir zu schnell wird und ich leicht vom Pedal gehe, was wieder zum sofortigen Stillstand führt. Dieses Spiel müssen wir rund 3 bis 4 Mal wiederholen, bis wir den Parkplatz erreichen und dem Motor eine Verschnaufpause geben können. Hier oben ist leider vom Cotopaxi nichts zu sehen. Dichte Wolken umgeben die ganze Spitze des Vulkans und nur ein paar Hartgesottene treten hier bei leichtem Schneeregen die Wanderung zum Refugio an. Wir bleiben ein paar Minuten oben stehen und beobachten einen Schakal, der wohl die Scheu vor den Menschen verloren hat und bei jedem Fahrzeug kurz kontrolliert, ob nicht irgendetwas Essbares zu finden ist. Auf dem Weg zurück zu unserem Übernachtungsplatz in 3800 Metern, bieten uns dafür ein paar außergewöhnliche Wildpferde noch ein schönes Bild in dieser steppenartigen Landschaft.

01 Nationalpark Cotopaxi02 die Sicht wird immer schlechter 03 neuer Hoehenrekord fuer unser Grossen04 ein Schakal schleicht sich an05 auf der Suche nach Futter06 nur die Harten wagen den Aufstieg07 es geht zurueck auf 3800 Meter08 was ihr koennt koennen wir auch09 wenigstens sehen wir Wildpferde10 die Rangordnung steht hier wohl fest11 verwildert12 leider sehen wir nicht so viel von der tollen Landschaft

Es gibt für uns mehrere Gründe, nach Quito zu fahren. Zum Einen möchten wir uns in Reisebüros nach Angeboten für einen Besuch der Galapagos Inseln erkundigen. Zum Anderen braucht unser Großer mal wieder einen Ölwechsel und einen Check mittels Computerdiagnose, da uns das Verhalten am Cotopaxi doch etwas stutzig gemacht hat. Zuerst geht es aber in verschiedene Reisebüros wegen der Galapagos Tour. Erst kurz nach 14 Uhr erreichen wir Cometa Travel und stehen vor verschlossenen Türen. Glücklicherweise befindet sich aber die Schweizerin Bruna noch im Büro, läßt uns rein und offeriert uns zugleich ein Angebot, das uns überzeugt. Somit buchen wir uns für Sonntag in 8 Tagen eine Kabine auf dem Schiff „Angelito I“. Zurück am Parkplatz treffen wir dann zufälligerweise auf unsere Reisefreunde Rita und Rudi und machen mit Ihnen gemeinsam einige Erkundungstouren durch das sehr schöne Quito und dessen Altstadt. Ecuadors Hauptstadt liegt auf 2.850 Metern Höhe, hat rund 2 Millionen Einwohner, wurde 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und hat über die Jahre den Flair einer alten Kolonialstadt erhalten. Imposant sind vor allem die Kirchen und Kathedralen. Die Basilica del Voto Nacional hat uns besonders gut gefallen. Die beiden großen Kirchtürme sind gut ausgebaut und den Besuchern zugänglich gemacht. Sogar ein tolles Kaffee ist in einem der Türme zu finden. Doch auch der moderne Teil Quito´s kann sich sehen lassen. Zwischen den Hochhäusern gibt es zahlreiche, sehr schön angelegte Parks und das Shoppen in den Einkaufsmalls gefällt uns ausgesprochen gut.

01 Regierungspalast in Quito02 und natuerlich gut bewacht03 in der historischen Altstadt04 Sport mit Spass05 bitte recht freundlich06 Eingang zum Park El Ejido07 uns gefaellt Quito08 Panoramablick auf die Altstadt09 Basilica del Voto Nacional10 im Inneren der Basilika11 unterwegs mit Rita und Rudi12 tolles Cafe im Turm der Basilika13 Claudia im Uhrturm14 Blick zum El Panecillo15 Quito hat auch schoene Parkanlagen16 die Beiden haben wohl viel Spass17 Blick zur Basilika18 Palacio Arzobispal19 hoffentlich kommt bald ein Kaeufer20 im Centro Cultural Metropolitano21 grosser Platz vorm Monasterio San Francisco22 Monasterio San Francisco23 Wandmalereien24 hier will keiner hin

Eine außergewöhnliche Sehenswürdigkeit in Quito ist die Seilbahn „El TeleferiQo“. Mit ihr kommt man von 2.950 Metern hinauf auf über 4.000 Meter und hat von dort einen super Fernblick. Bei optimalen Wetterverhältnissen kann man auf die schneebedeckten Vulkane Antisana, Cotopaxi und Cayambe blicken. Uns zeigen sie sich aber nur kurz, bevor sie wieder hinter einer dicken Wolkenwand verschwinden. Oben gibt es einen Wanderweg zu einem anderen Vulkan, dem Rucu Pichincha. Wir machen aber nur einen kleinen Teil des Weges, da wir weder die notwendigen Schuhe noch genügend warme Kleidung dabeihaben, was bei den Temperaturen hier oben wohl ratsam ist.

01 Quito mit Vulkan Antisana02 mit der Seilbahn geht es auf 4100 Meter03 toller Blick auf das suedliche Quito04 nur kurz sehen wir die Vulkane05 Wanderweg zum Vulkan Rucu Pichincha06 eine kleine Kapelle darf nicht fehlen07 wir geniessen die herrlichen Ausblicke08 der noerdliche Teil von Quito aus der Vogelperspektive

Während der Woche in Quito bringen wir unser Wohnmobil zu der Mercedes Werkstatt von StarMotors und der deutschstämmige Chef Michael Räde hilft uns beim detaillierten Schildern unserer Probleme. Das Verhalten unseres Sprinters auf über 4.500 Metern ist scheinbar normal und die Computerdiagnose zeigt keine diesbezüglichen Auffälligkeiten. Jedoch erscheint ein Fehlercode der besagt, daß mit dem Getriebe irgendetwas nicht stimmt. Der Mechaniker von StarMotors kennt sich mit Sprintern hervorragend aus und erkennt, daß sich vom Getriebe durch(!) die Stromkabel hin zur elektrischen Automatiksteuerung Getriebeöl gepresst hat und eine Fehlfunktion zur Folge hatte. Zum Glück läßt sich der Fehler bereinigen, ohne eine neue Steuereinheit kaufen zu müssen und nach einem Tag bei Mercedes incl. Ölwechsel fahren wir zufrieden zurück zum Parkplatz. Jetzt freuen wir uns auf nächsten Sonntag und unsere 8-tägige Schiffsreise auf die Galapagos Inseln.

 

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