Nach einem Stadtbummel durch Porto Alegre, sind wir noch bei Sergio, dem Tankstellenbesitzer zu Hause eingeladen. Am nächsten Tag warten wir schließlich noch auf das Spiel Deutschland gegen Frankreich. Diese Partie muß ich allerdings in einem Kiosk mit 3 Brasilianern auf einem kleinen Fernseher verfolgen, da wieder einmal weit und breit kein Mensch von Spielen ohne brasilianischer Beteiligung Interesse zeigt. Am nächsten Morgen brechen wir auf in Richtung Uruguay. Claudia weiß von einer Therme, bei der man mal wieder ein paar Tage entspannen kann.

Wir finden einen schönen Platz auf dem Campingbereich der Therme Arapey und erholen uns bestens bei täglichem Besuch der bis 38 Grad warmen Thermalbecken. Zu unserer freudigen Überraschung fahren nach ein paar Tagen die Schweizer Doris und Günter von Henryreisen auf den Platz. Wir trafen die Beiden erstmals im November 2010(!) in den USA im Death Valley und verfolgten deren Reise seit dem auf ihrer Webseite. Wir wußten daher, daß sie jetzt die Reise durch Südamerika beenden und eigentlich sollten sie schon auf dem Schiff nach Europa sein, doch die Abfahrt des Frachters verzögert sich um mehr als eine Woche. Wir verbringen gemeinsam noch ein paar schöne Tage und schauen zusammen das WM-Finale in einem brasilianischen Wohnmobil. Die Eigentümer nehmen uns das Ergebnis des Halbfinales nicht mehr übel und hoffen nur, daß Argentinien nicht in ihrem Land Weltmeister wird. Der Wunsch wurde ja bekanntermaßen erfüllt und nach weiteren 5 Tagen brechen Doris und Günter dann endgültig auf, den Kontinent zu verlassen. Nicht, ohne uns vorher ihre Camping-Waschmaschine zu schenken, worüber wir natürlich sehr erfreut sind. Endlich sind wir jederzeit in der Lage, unsere Klamotten zu waschen. Auf unserer Reise schon ein nicht zu verachtender Luxus.

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01 Thermen von Arapey02 eine sehr gepflegte Anlage03 gemeinsames WM Finale mit Brasilianern und Schweizer Freunden04 verschiedene Pools stehen zur Verfuegung05 mit Doris und Guenther im heissen Thermalwasser06 Zwischenuebernachtung bei Andresito07 na das waere doch auch ein Job fuer Uwe08 Doris und Guenther schenken uns ihre Campingwaschmaschine

Wir fahren an die Küste Uruguays. Nicht weit von Montevideo entfernt haben sich die Schweizer Silvia und Heinz ein kleines Reich geschaffen, das sie nicht ohne Grund Paraiso Suizo genannt haben. Für Traveller wie uns ist es außerdem eine gute Möglichkeit, das Auto abzustellen, um für ein paar Wochen oder Monate nach Deutschland zu fliegen. Wir nutzen somit diese Gelegenheit, hier für kurze Zeit unseren Großen zu parken. Heinz bringt uns zur Bushaltestelle und nach einer Stunde sind wir schon an dem kleinen, schönen Flughafen Montevideos.

09 einsame Straende beim Paraiso Suizo10 warten auf den grossen Fang11 herrlich frische Seeluft schnuppern 12 hier stehen auch schon andere Fahrzeuge von Weltreisenden

Wieder zurück in Uruguay ist wie zu erwarten unser Großer bei Silvia und Heinz in besten Händen gewesen. Nach drei Tagen Aufräumarbeiten geht die Fahrt in östlicher Richtung der Küste entlang nach Punta del Este. Wir übernachten an der schönen Punta Colorada und genießen hier den Frühlingsbeginn bei doch noch etwas frischen Temperaturen.

01 wir sind wieder gut in Montevideo gelandet02 alles bestens bei unserem Grossen 03 entlang gehts an der Kueste - hier Piriapolis04 interessante Gebaeude05 reetgedeckte Haeuser06 Morgensport in Punta Gorda07 so gefaellt uns das08 Fruehstueck mit Ausblick

Kurz vor Punta del Este besichtigen wir das Haus „Casa Pueblo“ des Künstlers Carlos Paez Vilaro, der im Februar diesen Jahres im Alter von 90 Jahren verstarb. Er hinterlässt eine riesige Anzahl toller Bilder, wovon einige hier ausgestellt sind. Das ganze Haus gefällt uns ausgesprochen gut und man kann sich ein Bild davon machen, wie Vilaro hier seine zahlreichen prominenten Freunde empfangen hat. Auf Fotos sehen wir ihn gemeinsam mit Brigitte Bardot, Gunter Sachs, Omar Sharif, Che Guevara, Fidel Castro, Placido Domingo, Pablo Picasso und vielen anderen Persönlichkeiten.

01 wir besuchen das Casa Pueblo02 erbaut von dem Kuenstler Carlos Paez Vilaro03 Gemaelde des Kuenstlers04 Mischung von Hundertwasser und Gaudi

Punta del Este selbst ist ein Touristenstädtchen, das vor allem im Sommer die Massen anzieht. Aktuell ist so gut wie niemand hier unterwegs und wir können die wenigen Sehenswürdigkeiten fast alleine besichtigen. Eine davon sind die riesigen Finger, die am Strand neben der neu gestalteten Promenade aus dem Sand greifen. Logischerweise ein begehrtes Fotomotiv, auch für uns. Highlight unseres Stopps in Punta del Este war jedenfalls der Hafen, da wir hier für äußerst günstiges Geld ganz hervorragenden Fisch kaufen konnten. Wir übernachten noch auf einem ruhig gelegenen Parkplatz an der Promenade, bevor wir zurück zu den Thermen von Arapey fahren, um dort mal ein paar Wochen zu entspannen und einige kleinere Reparaturarbeiten an unserer fahrenden Wohnung auszuführen.

01 schwungvoll geht es nach Punta del Este0203 im Hafen von Punta del Este04 die Fischer bereiten schon alles fuer den naechsten Tag vor05 warum selbst jagen06 wenn man gefuettert wird07 riesige Finger ragen aus dem Sand08 das laedt natuerlich zum Fotoshooting ein091011 wieder ein schoener Nachtplatz direkt am Meer12 die Meerjungfrauen haben ihren Glanz verloren

Die Temperaturen in Arapey sind nun wesentlich angenehmer als im Juli und wir sind fast allein auf der Wiese des Campingplatzes. Täglich geht es in die heißen Becken und ab und an in die Massage - was für ein Leben! Eines Morgens sehen wir einen Hund auf drei Beinen durch die Gegend humpeln. Wir kennen ihn noch von unserem ersten Aufenthalt und fragen uns, was ihm wohl passiert ist. Kurz darauf kommt er zu unserem Platz gehumpelt und wir untersuchen seine rechte Pfote. Ein tiefer Riss läßt vermuten, daß er wohl durch eine der vielen Glasscherben gerannt ist, die überall hier auf den Straßen liegen. Wir säubern die Wunde und geben etwas Antiseptikum auf den Schnitt. Daraufhin bleibt der Kamerad, wir geben ihm den Namen Bonnie, gleich mal bei uns liegen und schläft sich gesund, was wir mit entsprechendem Kraftfutter unterstützen. Zwei Tage später bringt er uns dann noch seine Freundin vorbei. Eine Schäferhündin, wir nennen sie Mama, da sie zweifelsfrei vor kurzem Junge zur Welt gebracht hat. Von den Welpen gibt es aber keine Spur. Mit Gerd aus Hannover sowie Maria und Vic aus Südafrika verbringen wir dann einige schöne Abende. Die Drei sind absolute Reiseprofis und waren mit Ihren Fahrzeugen schon fast überall in der Welt. Bei einigen Grillabenden gibt es da für uns natürlich viele interessante Geschichten zu hören.

01 wir sind wieder in Arapey02 und geniessen die heissen Thermen03 der Fruehling haelt Einzug04 taeglich geht es in die Therme05 jetzt ist alles schon viel gruener06 ein vierbeiniger Freund sucht Hilfe bei uns07 viele Papageie leben hier08 Kraftfutter fuer unseren Freund09 die Freundin ist auch gleich bei uns eingezogen10 fleissige Blattschneider Ameisen11 kleiner See bei der Therme12 mit Vic - Maria und Gerd haben wir ein paar nette Abende13 der sieht richtig toll aus14 und noch ein Schwimmbad 15 16 Vogelwelt in Arapey

Nachdem uns die Drei wieder verlassen haben, Vic und Maria fahren nach Brasilien während Gerd mit seinem Expeditionsmobil aufs Schiff nach Deutschland geht, sind wir wieder allein mit den beiden Hunden. Vier Wochen sind Bonnie und Mama nun schon bei uns und werden von uns ordentlich gefüttert. Nachdem in der gesamten Zeit niemals Welpen zu sehen waren, gehen wir schon davon aus, daß sie der Hündin wohl abgenommen wurden, und machen uns noch ein wenig Sorgen wegen der prallvollen Milchdrüsen der Mama. Doch plötzlich trifft uns eines Morgens beim Frühstück der Blitz, kommen doch da unter unserem Mobil zwei kleine Fellknäuel hervorgewackelt. Wir sind erst mal geschockt und können es nicht glauben. Wo hat sie die denn versteckt? Zwei Tage beobachtet uns die Mama, wie wir ihre Jungen behandeln, bis sie in der nächsten Nacht den Rest der Familie anschleppt. Zum Einen denken wir jetzt mit noch mehr Kummer an unseren Abschied in 10 Tagen, zum Anderen macht aber das Spielen und Beobachten der kleinen Racker auch riesigen Spaß. Und wie man sieht locken uns die goldigen Teile so manch netten Besuch ans Haus.

01 Bonnie und Mama ueberraschen uns02 sie bringen 2 ihrer Welpen03 Bonnie freut sich wohl am meisten04 Mama bringt noch mehr Ueberraschungen05 unsere neuen Untermieter - 6 Welpen mit Eltern06 einfach schoen zu beobachten07 Mama im Stress08 die sind einfach nur zum knuddeln09 unsere liebenswerte Hundefamilie10 Einer goldiger als der Andere11 und nette Menschen kommen auch noch vorbei12 duerfen wir alle mit euch reisen

Zehn interessante Tage mit der Hundefamilie sind vorbei und die Abreise von Arapey steht an. In den letzten Tagen hat vor allem eine der kleinen Hundedamen uns ziemlich deutlich klar gemacht, daß sie uns in ihr kleines Hundeherz geschlossen hat und bringt uns wieder ins Grübeln. Das Thema „Reisehund“ war schon öfters mal Diskussionspunkt, ist aber auf Grund unpassender Umstände immer wieder ad acta gelegt worden. Erst vor ungefähr 5 Wochen haben wir mal wieder den Entschluß gefaßt, uns keinen Hund während der Reise zuzulegen. Und nun diese Hundestory! Die Kleine gibt nicht auf – kämpft sich gleichermaßen in mein wie in Claudias Herz und bei der Abreise liegt die kleine „Mia“ auf einer Decke im Mobil und schläft. In Salto gibt´s beim Veterinär die ersten Impfungen und die Hundepapiere für den Grenzübertritt nach Argentinien werden besorgt. Die Aufregungen des Tages lassen Mia überraschend cool, und abends, bei unserem letzten Übernachtungsplatz in Uruguay, ist sie ziemlich relaxed und verspielt. In der ersten Nacht allerdings ist an viel Schlaf nicht zu denken. Hoffentlich passen die Papiere und wir können sie morgen auch wirklich über die Grenze nach Argentinien bringen.

01 unser erster Tag mit Mia02 sie geht schon gleich auf Entdeckungstour03 ich bin schon ganz verrueckt vor Freude04 ein aufregender Tag geht zu Ende

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