Nach einer schnellen Grenzabfertigung sind wir wieder in Uruguay. Es geht entlang der Ruta 21 und wir finden bald einen interessanten Platz für die Nacht. Am Strand von Agraciada gibt es einen großen Campingplatz, der jetzt, zur Winterzeit, völlig verwaist ist. Wir können keine Menschenseele nach einem Preis oder Regularien fragen und parken einfach am schönsten Fleck der Anlage. Die Bezeichnung „Strand“ hier am Rio Uruguay hat seine Begründung. Zum einen besteht der ganze Bereich des Uferabschnittes aus Sand, zum anderen ist der Rio Uruguay hier so breit, daß man schon den Eindruck bekommen kann, man befindet sich am Meer. Erst am dritten Tag treffen wir auf einen Wächter des Platzes. Er bestätigt uns nur, daß derzeit tatsächlich kein Eintritt für den Platz erhoben wird. Schließlich verkauft er uns beim Abschied noch ein Fischfilet vom eigenen Fang für billigstes Geld.

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01 im Winter darf man hier kostenlos stehen02 herrlich langer Sandstrand am Rio Uruguay03 bald ist alles wieder gut04 Sonnenuntergang am Rio Uruguay

Nächstes Ziel ist die älteste Stadt Uruguays, Colonia del Sacramento. Wir parken am Ufer des Rio de la Plata gleich neben der alten Festungsmauer, welche die Altstadt von Colonia umgibt. Von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben engagieren sich deren Einwohner offensichtlich sehr, dieser Ehre zu entsprechen. Das sympathische Flair der Stadt mit ihren portugiesischen Wurzeln wird von zahlreichen optischen Reizen unterstützt. Dazu gehören sicherlich auch die vielen Oldtimer, die in den Straßen als Sehenswürdigkeit abgestellt sind und sogar bei einem Restaurant als Sitzplatz angeboten werden. Wir spazieren gemütlich über das alte Straßenpflaster durch alle Gassen der Altstadt und genießen das gemütliche Ambiente.

01 Uebernachtungsplatz gleich an der Festungsmauer02 hier gehts ins historische Zentrum03 wir spazieren durch Colonia del Sacramento04 Nostalgie05 das etwas andere Restaurant06 am Leuchtturm07 Blick auf die Altstadt08 Oldtimer schmuecken die Gassen09 ein recht gemuetlicher Ort10 moderne Kunst11 und noch mehr Oldtimer12 schoen ist es hier

Im Paraiso Suizo hatten wir letztes Jahr unser Fahrzeug geparkt, als wir für ein paar Wochen von Montevideo aus nach Deutschland geflogen sind. Die beiden schweizer Besitzer Silvia und Heinz haben uns angeboten, ihrem Tierarzt mal das Bein von Mia ansehen zu lassen, und eventuell auch über eine Kastration mit ihm zu sprechen. Kaum sind wir im Paraiso angekommen, fährt hinter uns ein alter Bekannter auf den Platz. Den Schweizer Hansueli mit seinem Schäferhund Alaska haben wir vor fast genau einem Jahr bei den Iguazú Wasserfällen getroffen und freuen uns über das unverhoffte Wiedersehen. Silvia und Heinz haben auch Zuwachs bekommen. Etwa im gleichen Alter wie Mia, nur doppelt so schwer, begrüßt uns die Bernhardinerhündin Rosi. Willkommen in der Schweiz! Der Tierarzt schaut vorbei und ist mit der Entwicklung von Mias Beinbruch zufrieden. Da sie noch läufig ist, entscheiden wir uns, die Kastration in ca. 3 Wochen machen zu lassen. Zwischenzeitlich wollen wir die Küste Uruguays etwas näher erkunden.

01 im Paraiso Suizo treffen sich die Weltreisenden02 fast 30 Fahrzeuge stehen hier03 Rosi bewacht jetzt auch das Paraiso04 Mia darf endlich wieder herumspringen

In Punta del Este soll im Sommer die Hölle los sein, was die vielen Hochhäuser, Restaurants und Bars schon erahnen lassen. Im Winter ist hier aber alles wie ausgestorben. Lediglich am Hafen ist noch ein wenig Betrieb und wir decken uns dort reichlich mit frischgefangener Seezunge und leckerem Pulpo ein. Die Fischer sind hier offensichtlich das ganze Jahr aktiv, was außer uns sicher auch die vielen, stattlichen Seelöwen freut, die hier ordentlich Fischabfälle vertilgen.

01 an der Strandpromenade in Punta del Este02 nicht so einfach hier zu landen03 Leuchtturm im Ort04 hungrige Gesellen05 hola jeffe - yo tengo hambre06 man muss nur warten koennen07 die kleinen Boote waeren aber auch nicht schlecht08 im Winter kann man ueberall stehen

Sandy und Brett, zwei US-Amerikaner, die wir noch kurz im Paraiso Suizo kennengelernt hatten, haben für einen Monat ein Haus am Strand von La Paloma gemietet und uns eingeladen. Nach einem schönen Abend mit den Beiden entscheiden wir uns, noch ein paar Tage zu bleiben. Am nächsten Morgen gibt es dann jedoch eine unerfreuliche Überraschung. In der Nacht wurde bei Sandy und Brett eingebrochen. Keiner von uns hat etwas gehört, nicht einmal Sandy und Brett, bei denen die Diebe sogar im Schlafzimmer Taschen und Schränke durchstöberten.

Trotz all dem Ärger machen wir gemeinsam einen Ausflug zur Laguna Rocha. Auf dem Weg dorthin sehen wir auf einer Straße ein totes Huhn, auf Papier und Blumen gebettet. Gleiches Bild ein weiteres Mal an einem Flußufer. Leider konnten wir die Hintergründe für dieses Ritual nicht herausfinden.

01 am Strand von La Paloma02 wir besuchen hier Sandy und Brett03 leckeres Fruehstueck mit Ausblick04 Mia im Baelleparadies05 seltsames Strandgut 06 Spielkameraden kommen vorbei07 angeschwemmter Seehund08 Opfergaben - wir wissen aber nicht wofuer

An der Laguna Rocha hat nicht nur Mia ihren Spaß beim Rennen durch die Dünen. Der Spaziergang entlang der Lagune in diesem Vogelschutzgebiet tut uns gut und gibt uns ein paar unterhaltsame Einblicke in das Leben der Fischer und ihren Familien. Nach vier Tagen verabschieden wir uns wieder von Sandy und Brett und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen.

01 im Vogelschutzgebiet Laguna de Rocha02 nur wenige Menschen wohnen hier03 sie leben vom Fischfang04 Spielchen nach Feierabend05 perfektes Fortbewegungsmittel06 Kraeftemessen07 Kokon aus kleinen Aesten08 Bewohner der Lagune09 gemeinsam mit Sandy und Brett an der Lagune10 die Nachmittagssonne geniessen11 ein schmaler Sandstreifen trennt das Meer von der Lagune12 Abschied von unseren Freunden

Zwischenhalt auf dem Weg zurück ist diesmal der kleine Ort Jose Ignacio. Der schöne Strand hat hier wohl besonders viel Anziehungskraft für betuchteres Klientel. Ein Haus ist schöner als das Andere, und überall wird gebaut. Für uns war ein ruhiger Übernachtungsplatz am Strand das wichtigere Argument und wir hatten unseren Spaß beim Spaziergang durch die Dünen und am menschenleeren Strand.

01 Strand von Jose Ignacio02 Magellan Pinguin03 Happy Mia04 Abendstimmung am Strand

Wieder zurück im Paraiso Suizo wird mit dem Tierarzt ein Termin vereinbart und Pancho kommt am nächsten Tag. Die Kastration von Mia verläuft perfekt. Pancho leistet gute Arbeit und vor allem operiert er vor Ort. Mia braucht nicht noch in einer Klinik übernachten und ich kann sogar bei der OP dem Fachmann über die Schulter blicken. Einen Tag später rennt sie schon wieder durch die Gegend, als wenn nichts gewesen wäre. Wir genießen dann noch eine Woche das Paraiso Suizo, bis Pancho wieder kommt und bei Mia die Fäden der Operation entfernt. Danach geht es noch am Nachmittag ab in Richtung Therme von Arapey. Hier ist für längere Zeit eine Erholung für unsere wie auch für Mias Knochen geplant.

01 Strand bei Paraiso Suizo02 eine Kapelle steht in den Duenen03 Kapelle mit Aussicht04 Mia ist schon wieder in Spiellaune

Die Thermen von Arapey sind nun schon das dritte Mal Anlaufstation zur Erholung vom Reisestress. Vor allem nach meiner Knie-OP freue ich mich auf die warmen Bäder, die Massagen und die Ruhe im uruguayischen Hinterland. Und natürlich sind wir gespannt, welche unserer vierbeinigen Freunde vom November noch hier sind. Nach der Ankunft sind wir aber vollkommen alleine auf unserer Wiese. Keine Hunde weit und breit. Nach 5 Tagen hören wir auf dem Weg zum Thermalbad massenhaftes Gebell in einiger Entfernung. Claudia vermutet “da muß eine läufige Hündin im Spiel sein, und nachdem Mia erst vor Kurzem läufig war, könnte es sein, daß...” – und genauso ist es. Wir laufen zu der bellenden Truppe und finden Mias Schwester. Bedrängt von 5 Rüden, verängstigt und sehr scheu. Sie lässt sich nicht von uns berühren oder gar mitnehmen. Drei Tage später läuft sie in der Nähe unseres Großen vorbei und wir rufen und locken sie mit Futter. Sie kommt ganz langsam näher, schnuppert an Mia, und bleibt.

In der Folgezeit treffen wir viele nette Menschen. So uns schon bekannte Traveller aus der Schweiz und aus Holland, sowie viele nette Urugayos und Argentinier, die mit ihren Familien in den Ferien nach Arapey kommen. Für geraume Zeit haben wir gleich zwei nette Nachbarn aus Buenos Aires. Zum einen mit Estella und Roland ein deutsch-argentinisches Ehepaar, zum anderen die Familie von Silvia und Marcello mit ihren drei liebenswerten Kindern.

Nach 7 Wochen müssen wir Arapey wieder verlassen, obwohl wir gerne noch ein paar Wochen geblieben wären. Aber unsere Aufenthaltserlaubnis läuft aus und Claudia hat schon eine interessante Route für die nächsten Wochen ausgearbeitet. Mias Schwester konnten wir zwar etwas aufpäppeln, aber schon vor ein paar Wochen war zu erkennen, daß sie trächtig ist und bald selber Junge haben wird. So lange können wir aber nicht mehr warten und verabschieden uns schweren Herzens von der Kleinen.

01 wir sind wieder in Arapey02 Mia begruesst ihre Schwester03 Ein Herz und eine Seele - Mia mit ihrer Schwester04 warme Unterkunft fuer die kalten Naechte05 wir basteln Armbaender06 hier sind wir fast taeglich anzutreffen07 spielen - pflegen - liebkosen08 Mia zeigt ihre Tricks09 einer der vielen Papageie vor Ort10 Spaziergaenge immer mit den Kumpels11 unsere sympathische argentinische Familie12 Abendstimmung am Rio Arapey

 

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