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Es ist Mittwoch, der 13. Februar, und unsere Reise zum siebten Kontinent beginnt. Alles ist bestens organisiert. Ein Bus bringt uns zum Schiff, der "Island Sky", die im Hafen von Ushuaia liegt. Jeder Passagier kennt bereits seine Kabinennummer und soll sich dort gleich mal einfinden, um seine Gepäckstücke auf Vollständigkeit zu kontrollieren und "die notwendige Spezialkleidung" zu probieren. Diese Spezialkleidung besteht aus einer warmen, wasserfesten und komfortablen Jacke und ein Paar Gummistiefel. Gerade bei meiner Schuhgröße war ich mir nicht sicher, ob der Veranstalter hier eine passende Größe gefunden hat, da ja auch noch ein oder zwei paar dicke Socken für die Touren empfohlen sind. Claudia muß ihre Jacke tauschen, während bei mir alles bestens paßt. Gummistiefel mit Größe 50! - die optimalen Schuhe für die Landausflüge. Nach dem Koffercheck steht dann schon das erste Briefing auf dem Plan. Der Veranstalter der Reise heisst "Polar Latitudes" und dessen Crew besteht aus einem top ausgebildeten Team an Biologen, Geologen, Historikern, Service Managern und Kajakspezialisten. Nate ist Chef der Truppe. Er stellt uns die einzelnen Crewmitglieder vor und gibt uns eine Einweisung in die Pläne der Crew und den Ablauf der ersten Tage an Bord. Danach werden wir in das Notfallszenario eingewiesen und den Plätzen für die Rettungsboote zugeteilt. Und schon geht’s zum wichtigsten Teil des Tages..... Abendessen im Schiffsrestaurant.

01 es geht los02 unsere komfortable Suite 03 Sicherheitseinweisung04 wir sind auf dem Weg nach Falkland

Am Mittwochabend haben wir noch den Beagle Kanal hinter uns gelassen und für den Donnerstag ist ein kompletter Schiffstag für die Fahrt zu den Falkland Inseln vorgesehen. Aber der Tag vergeht wie im Flug. Nach dem Frühstück gibt uns Kurtis einen geologischen Überblick über die Falkland Inseln, Süd Georgien und die Antarktis. Ornithologin Hannah und die Biologin Annette, eine Deutsche aus Regensburg, geben Aufschlüsse über die Tierwelt, die uns in den nächsten Tagen erwartet. Schließlich gibt Adam fototechnische Tipps, wie man wohl die besten Schnappschüsse der Tiere erreichen kann und macht uns zugleich auf einen Fotowettbewerb aufmerksam, bei dem jeder Passagier am Ende der Reise ein Bild zu fünf verschiedenen Kategorien abgeben kann. Adam und seine Kollegen werden dann die fünf besten Bilder jeder Kategorie auswählen, während dann die Passagiere hieraus den Gewinner ermitteln sollen. Claudia ist gefordert!

Am nächsten Morgen haben wir dann schon die Falkland Inseln erreicht und somit den ersten Landgang bei "West Point Island". Nach einem 2,5 km Marsch über die Insel erreichen wir "Devils Nose", Heimat tausender Albatrosse und zahlreicher Rockhopper-Pinguine. Auf dem Rückweg gibt es Tee und Kuchen bei einem englischen Ehepaar, das West Point Island verwaltet und sich über die Besuche der Kreuzfahrtschiffe freut, ist es doch so ziemlich die einzige Abwechslung ihres recht einsamen Lebens auf der meist klimatechnisch sehr unfreundlichen Insel.

Am späten Nachmittag findet der zweite Landgang bei Saunders Island statt. Hier sehen wir zum ersten Mal eine Gruppe Königspinguine. Nur eine kleine Gruppe von ca. 20 Exemplaren steht inmitten einer bunten Kolonie an Magellan, Gentoo und Rockhopper Pinguinen.

01 Westpoint Island02 eine grosse Albatross Kolonie lebt hier03 ein junger Black Browed Albatross  040506 schicke Frisur07 Tee und Kuchen werden gereicht08 Island Sky09 Gentoo Pinguine auf Saunders Island10 eine Minigruppe Koenigs Pinguine11 Nachwuchs bei Koenigs1213 Gentoo Pinguin14 vier verschiedene Pinguinarten leben hier1516 Wal Skelett

Am Samstag landen wir im Haupthafen der Falkland Inseln bei Stanley, dem einzigen Ort mit ca. 2.100 Einwohnern. Nach einem kurzen Abstecher zur Gypsy Cove, wo wir uns auf gut angelegten Pfaden ein wenig die Beine vertreten und eine kleine Gruppe Magellan Pinguine entdecken können, geht´s zum Spaziergang durch den Ort Stanley. Typisch britischer Baustil mit der südlichsten, anglikanischen Kirche der Welt, einem interessanten Museum und ein paar Restaurants, wo man sich lecker "Fish and Chips" genehmigen kann. Wir besuchen da lieber den Supermarkt, der alle Güter aus England importieren läßt und zu durchaus günstigen Preisen europäische Waren anbietet. Dann geht es zurück an Bord und auf hohe See mit Richtung Süd Georgien.

01 Magellan Pinguine in der Bucht0203 am Hafen von Stanley04 alles ist hier very british05 wir spazieren durch Stanley0607 im interessanten Historic Dockyard Museum08 Reste vom Falklandkrieg

Das bedeutet 2 Tage auf hoher See und wir erleben das erste Mal einen etwas stärkeren Wellengang. Während das aber für 90 Prozent der Passagiere keinerlei Schwierigkeiten bedeutet, verzichten die anderen 10 Prozent aufs Abendessen…. wir sind leider unter den 10 Prozent und fragen uns schon, auf wieviel Essen wir wohl verzichten müssen, wenn es am Schluß der Reise zurück über die Drake Passage und vorbei am Kap Horn geht. Am nächsten Morgen ist die See wieder ruhig und wir sind bei den Briefings und Vorträgen wieder dabei. Der historische Vortrag betrifft einen gewissen Shackleton. Jeder kennt die Geschichte des Wettlaufs zum Südpol mit Robert Falcon Scott und Roald Amundsen. Wie wir hier erfahren, hat ein gewisser Sir Ernest Shackleton in der Antarktis auch Pionierarbeit geleistet und war bei dem Wettkampf zumindest am Anfang im Team von Scott. Seine Geschichte wird uns vom Historiker der Crew detailgetreu erzählt. Und das man dem guten Mann auch alles abnimmt, was er uns hier mitteilt, hat einen einleuchtenden Grund. Der Historiker trägt nämlich den Namen Falcon Scott und ist tatsächlich der Enkel des legendären Robert Falcon Scott, der im Jahre 1912 im Wettkampf mit Roald Amundsen sein Leben verloren hat.

Diverse Aufrufe über den Lautsprecher rufen uns auf Deck. Entweder die Crew hat außergewöhnliche Vögel, Delfine oder Wale erspäht, oder aber wir passieren einen riesigen Eisberg. Der erste beeindruckende Eisgigant ist über 20 km lang und ist natürlich jedem hier kreuzenden Kapitän bekannt, da er über Jahre hinweg im Meer treibt. Jeder Eisberg hat einen Namen, der sich aus einem Buchstaben und einer Ziffer bildet, was vor allem auf den Abbruchort schließen läßt.

Bevor wir den Boden auf Süd Georgien betreten dürfen, bekommen wir einen Vortrag zum „Bio-Security-Programm“ die Inseln betreffend. Das bedeutet, man darf keinerlei Samen oder andere pflanzlichen Krümelchen dort einschleppen. Kaum sind wir eingewiesen, müssen wir unsere Stiefel, Hosen, Jacken und Rucksäcke holen und akribisch wird alles abgesaugt oder mit Sicherheitsnadeln vom Dreck der Falkland Inseln befreit.

09 Flugbegleiter10 Eisberg voraus11 Citizen Science Programme zum mitmachen12 taegliche Vortraege in der Lounge13 Lese und Computerzimmer14 Bar und Kaffeebereich15 im Restaurant16 alles muss gruendlich gereinigt werden

Die zwei kurzweiligen Tage auf See sind vorbei. Wir erreichen die Nordküste Südgeorgiens und am Morgen um 9 Uhr steht der erste Landgang an. Die See ist zum Glück ruhig genug, so dass die Zodiaks ins Wasser können und uns trockenen Fußes ans Ufer der "Bay of Isles" zum Abschnitt namens "Salisbury Plain" bringen. Und zum ersten Mal sind wir von der Szenerie so richtig von den Socken. Die Bergwelt mit zwei riesigen Gletschern im Hintergrund wäre ja schon spektakulär genug. Die Tierwelt unterhalb der Gletscher bis zum Ufer ist aber einfach nur überwältigend. Über 200.000 Königspinguine stehen hier zusammen und geben mit Gruppen von Fellrobben und Seeelefanten einfach ein unglaubliches Bild ab.

01 Salisbury Plain 02 das ist die zweitgroesste Koenigs Pinguin Kolonie in SG03 ganz stolz zeigt man sich0405 noch in der Mauser0607 08 Koenigs Pinguine so weit das Auge reicht09 wir sind absolut beeindruckt1011 schoen in einer Reihe anstellen12 am Nachmittag auf Prion Island 1314 Kinderstube15 Wandering Albatross im Anflug16 kleine Albatross Kolonie

Nach den Erlebnissen vom Vortag können wir uns kaum vorstellen, daß es noch eine Steigerung gibt. Aber es gibt sie! Wir landen nämlich auf St. Andrews Bay. Die Landschaft noch spektakulärer als bei Salisbury Plain, die Tierwelt noch gigantischer mit über 500.000 Königspinguinen und einigen, wirklich kolossalen Seeelefanten. Und war gestern der Himmel noch bewölkt, gibt’s heute strahlend blauen Himmel, der diese Eindrücke einfach noch verstärkt. Wir sind, gemeinsam mit allen anderen Passagieren, absolut begeistert.

01 grosser Eisberg in der Stromness Bay02 unser Ziel - St Andrews Bay03 Koenigs Pinguine04 See Elefant0506070809 Strandgut1011 was fuer eine unglaubliche Szenerie1213 groesste Pinguin Kolonie in Sued Georgien1415 ganz schoen neugierig die Zwei161718 wer interessiert sich hier eigentlich fuer wen19 die letzten Sonnenstrahlen geniessen20 einfach nur toll

Der nächste Tag bringt wieder mehr Bewölkung und sogar leichten Schneefall. Trotzdem sind die Bedingungen gut genug, um bei "Jason Harbour" an Land zu gehen. Hier steht eine kleine Hütte, die in früheren Jahren den Walfängern als Post-Office zur Verfügung stand. Ansonsten ist die Location nicht so aufregend, wie die letzten beiden Tage. Aber wir dürfen eine der seltenen, weißen Fellrobben bestaunen, die ausdrücklich keine Albinos sind. Claudia macht mit einem Teil der Gruppe einen Aufstieg auf einen kleinen Berg, um die Aussicht auf die Bucht von oben zu genießen. Ich bin schon vorher total nassgeschwitzt und durch den Wind und den Schneefall friert es mich ordentlich. Da bleib ich lieber bei den Zodiaks, um mit dem ersten Rückkehrer wieder zum Schiff zu fahren.

In der Kabine heisst es dann "Kleider trocknen", denn am Nachmittag besuchen wir den einzigen Ort Südgeorgiens "Grytviken" mit seinen rund 30 Bewohnern. Die ehemalige Walfangstation beherbergte früher während der Walfangsaison mehrere hundert Arbeiter, die in den knapp 60 aktiven Walfangjahren über 53.000 getötete Wale zu Öl und Fleisch verarbeiteten. Wir spazieren aber zuerst zum kleinen Friedhof von Grytviken, wo schon besagter Sir Ernest Shackleton beerdigt ist. Üblicherweise zelebriert man an seinem Grab den "Shackleton Toast", oder wie es offiziell heisst "A toast to the boss" - um mit echtem "Shackleton Whisky" auf den Seemann anzustoßen. Natürlich begleitet von einer kleinen Ansprach durch Falcon Scott.

Wir nutzen die Gelegenheit, um uns wieder einmal die Beine zu vertreten und wandern nach einem kurzen Abstecher im "South Georgia Museum" einen Hügel hinauf, um Grytviken und seinen Naturhafen von oben zu bewundern. Dieses Mal nehmen wir den letzten Zodiak, der uns zur Island Sky bringt, und kommen gerade rechtzeitig, um auf dem Außendeck die Grillspezialitäten unserer Küchenexperten im Freien zu genießen.

01 ueber Nacht hat es geschneit02 Schnee in Jason Harbour03 eine blonde Robbe04 die Gipfelstuermer05 Ausblick auf Jason Harbour06 alles muss schnell trocknen07 schoenes Wetter in Sued Georgeien08 ehemalige Walfangstation Grytviken 09 einen toast auf den Boss 10 Falcon Scott am Grab von Ernest Shackleton11 die Island Sky liegt ruhig vor Grytviken12 ehemalige Walfangstation13 die alten Walfaenger14 Grytviken von oben15 unsere nette Crew - Conny  Falcon und Laura16 Ueberreste17 von hier kann man noch letzte Karten verschicken18 Grillabend an Deck19 uns gehts nicht schlecht20 huebsch dekoriert

Der letzte Tag auf Südgeorgien sollte mit einer Wanderung am Ufer bei Gold Harbour beginnen. Wir sind im ersten Zodiak und können auch noch an Land gehen, dann aber verstärkt sich der Wellengang und andere Zodiaks haben starke Probleme anzulanden. Kurzerhand wird der Plan geändert, wir steigen wieder ins Boot und machen statt eines Spaziergangs eine Zodiaktour entlang des Ufers von Gold Harbour mit grandiosem Blick auf den Bertrab Gletscher. Am Nachmittag gibt es eine weitere Zodiaktour in der Cooper Bay. Zum ersten Mal kommen wir auch in Kontakt mit Seeleoparden. Das große Raubtier räkelt sich genüsslich auf einem Felsen. Kurz darauf kommt ein weiterer Seeleopard sogar zu uns ans Boot, um sich die Truppe in dem Gummiteil mal etwas näher anzusehen. Tja, und schon ist unser toller Besuch Süd Georgiens vorbei und wir sind schon vollauf zufrieden mit dem bislang erlebten. Alles andere ist Zugabe...... und schon sind wir auf dem Weg zur antarktischen Halbinsel.

01 wir sind in Gold Harbour02 sieht doch ganz harmlos aus03 Hand eines See Elefanten04 ganz schoen mutig05 Erkundung mit dem Zodiak06 wieder viele Koenigs Pinguine07 am Nachmittag in der Cooper Bay08 ein mueder See Leopard09 hier wimmelt es nur so von Robben10 ein See Leopard auf der Lauer11 Macaroni Pinguine12 das war wohl die falsche Bucht13 Gentoo Pinguine kommen zurueck14 ein Petrel bei der Gefieder Reinigung15 sie gibt es nur in Sued Georgien16 ein spektakulaerer Eisberg auf unserer Weiterfahrt1718 Finwale begleiten uns19 auf der Bruecke20 auf der Bruecke

Die beiden Tage auf hoher See sind wieder vollgepackt mit Programm. Unter anderem erzählt uns Annette vieles zu den Folgen des Walfangs im letzten Jahrhundert, und zu den aktuellen Walfanggesetzen, an die Länder wie Japan und Norwegen leider nicht gebunden sind. Falcon Scott erzählt uns viele Details zu seinem Großvater und der Geschichte des Wettlaufs zum Südpol, während am Nachmittag der Film "Happy Feet" die Passagiere unterhalten soll. Zu diesem Zeitpunkt nehmen Claudia und ich mal wieder eine wellentechnische Auszeit mit diversen Nebenwirkungen.

Als wir dann die zur Antarktis gehörende Insel “Elefant Island“ erreichen, geht es uns wieder besser. Die See ist ruhig, nur ein paar Wolken verdunkeln den Himmel. Die Crew hat hier eine Zodiaktour geplant und sie bringt uns entlang der Küste. Chinstrap und Gentoo-Pinguine bewohnen hier die Felsen, welche aktuell umgeben sind von Seeleoparden, die sich zwar hauptsächlich von Krill ernähren, aber ab und an auch mal einen Pinguin auf dem Speiseplan haben. Auf einem Felsen einer anderen Bucht steht eine Büste von Kapitän Luis Pardo Villalon. Er hatte die Besatzung einer späteren Expedition von schon erwähntem Sir Ernest Shackleton im Jahr 1916 gerettet, da der Boss seine Leute nach dem Untergang seines Schiffes hier zurücklassen mußte und dann mit einer Handvoll Kameraden in einem kleinen Boot nach Grytviken gesegelt ist, um Rettung zu holen. 22 Männer haben 4,5 Monate neben diesem Felsen unter zwei umgedrehten Rettungsbooten überlebt.

01 Morgenstimmung in der Antarktis02 Eis Eis Eis 03 Elefant Island liegt vor uns04 grosse Kolonie von Chinstrap Pinguinen0506 Chinstrap Pinguine 07 hier ueberlebten 22 Maenner08 Point Wild09 Matterhorn in der Antarktis10 ein See Leopard beobachtet uns1112 Eisberge und Wale auf unserer Weiterfahrt1314 Gibb Island steht auf dem Programm1516 wieder viele Chinstrap Piguine

Am nächsten Morgen liegt die Island Sky vor Pinguin Island und gleich nach dem Frühstück ist ein Landgang auf dem Plan. Das Vorkommen der Pinguine ist bei weitem nicht so spektakulär wie an den vorherigen Inseln, aber die Landschaft ist hier auch sehr beeindruckend. Pinguin Island ist vulkanischen Ursprungs und wir wandern zwischen Chinstrap und Gentoo Pinguinen und einigen, großen, männlichen Fellroben hindurch zum erloschenen Vulkan und hoch hinauf zum Kraterrand. Allein der Blick von hier oben auf die umliegenden Inseln und Buchten ist den schweißtreibenden Aufstieg wert. Die Temperaturen sind heute sowieso optimal für diesen Ausflug. Nach einem Fotoshoot der ganzen Truppe geht es wieder bergab und mit dem Tourleiter Nate auf eine kleine Wanderung über die Schneefelder der Insel.

Am Nachmittag ist wieder eine Zodiaktour angesagt. Am Turret Point bei King George Island ist in einer langen Bucht eine große Anzahl von kleinen Eisbergen zu sehen. Die Zodiaktour macht Spaß, wenn auch die Temperaturen und der eisige Wind während der Fahrt uns alle etwas zusammenrücken läßt und wir sind dann doch wieder froh, am späten Nachmittag an Bord unseres Schiffes zu sein.

01 Penguin Island02 Aufstieg zum Deacon Peak03 wir umrunden den Krater0405 unglaubliche Ausblicke von hier oben06 Gruppenbild von unserer Crew aufgenommen07 Blick zu den Gletschern08  Blick zu den Gletschern09 ein toter Wal wird bearbeitet1011 unser naechstes Ziel - King George Island12 wir sind auf King Georg Island13 Uwe nimmt den schnelleren Weg141516 wir kommen nur langsam voran17 es ist eisig kalt18 ein Eisberg - vier Ansichten1920

Der dritte Tag in der Antarktis und wir betreten bei Mikkelsen Harbour erstmals antarktisches Festland. Gute 3 Stunden spazieren wir über die kleine Anhöhe von einer Bucht zur anderen. Immer mitten durch die zahlreichen Gentoo Pinguine, von denen viele gerade ihren Nachwuchs beschützen, die es laut unseren Biologen schwer haben werden, den Winter zu überstehen. Scheinbar war die Brutzeit hier etwas später eingeleitet worden, als das normalerweise der Fall ist. Außerdem sind einige Weddelrobben zu entdecken, von denen wir bisher noch keine zu Gesicht bekamen. Von der argentinischen Schutzhütte auf der anderen Seite der Bucht geht es am Ufer entlang zurück zwischen Unmengen an Walknochen und angestrandeten Schiffsresten.

Zurück an Bord wird von der Crew zum "Polar Plunge" gerufen. Es gibt den Brauch, dass Leute, die zum ersten Mal die Antarktis besuchen, ins eiskalte Antarktiswasser springen. Dem Brauch kommen auch sehr viele der Passagiere nach, egal welchen Alters. Ältester Planscher ist der 78-jährige Gordon aus den USA. Für mich war von Anfang an klar, dass ich da auf keinen Fall in ein Gewässer mit einer Temperatur um die 0 Grad Celsius springe. Claudia schließt sich mir an und gemeinsam stehen wir oberhalb der Absprungrampe und machen lieber ein paar Fotos von dem eisigen Spaß..

Nachmittagsstop ist in der Bucht von "Cierva Cove". Nur die Hälfte der Zodiaks geht ins Wasser, die Passagiere werden in zwei Gruppen geteilt und wir fahren für die nächsten knapp 2 Stunden zwischen gestrandeten Eisbergen in einer Bucht, die von den größten Gletschern umgeben ist, die ich je gesehen habe. Absolut spektakuläre Location, und daß bei blauem Himmel und angenehmen Zodiak-Temperaturen. Die Boote bringen uns durch die herumtreibenden Eisschollen von Eisberg zu Eisberg, immer mit einem Auge auf der Suche nach den hier lebenden Tieren. So entdecken unsere Bootsführer einige Seeleoparden, Buckelwale und zahlreiche andere Robben.

01 auf dem siebten Kontinent02 Nachwuchs bei den Gentoos03 D Hainault Island in Mikkelsen Harbour04050607 eine Weddel Sea Robbe08 Walknochen Friedhof09 Mutige stuerzen sich ins eisige Wasser10 wir erreichen Cierva Cove11 Pinguine auf einem Eisberg1213 schlafender See Leopard141516 Gewaltige Eismassen17 die Zodiaks haben einen Wal entdeckt1819 Argentinische Forschungsstation20 ein Buckelwal taucht vorm Zodiak auf

Tja, und schon ist er da, der letzte Tag in der Antarktis. Wir landen bei Orne Harbour und die Zodiaks bringen uns an Land. Auf einem Weg, den die Crew schon früh am Morgen in den Schnee eingearbeitet hat, geht es einen eisigen Hügel hinauf zu einem Aussichtspunkt, der uns, inmitten einer kleinen Chinstrap Pinguin Kolonie, zur einen Seite einen atemberaubenden Blick in die Ferne zu den umliegenden, mit Eis bedeckten Inseln ermöglicht. Zur anderen Seite sehen wir in die vergleichsweise kleine Bucht von Orne Harbour, mit dem riesigen Gletscher im Hintergrund. Vor allem aber können wir erkennen, daß in dieser kleinen Bucht sich zahlreiche Antarktisbewohner herumtreiben. Kaum sind wir den Berg wieder hinuntermarschiert, rücken wir diesen Bewohnern in den Zodiaks etwas näher auf den Pelz. Eine Gruppe von gut 20 Crab Eater Robben zieht durch die Bucht von Zodiak zu Zodiak und schaut neugierig, was sich denn da heute hier so herumtreibt. Andere Fellrobben und Seeleoparden liegen faul auf den Eisschollen und lassen sich die Sonne auf den Leib scheinen. Begeisternd ist aber die Gruppe von 4 Buckelwalen, die Orne Harbour zum Schlafen aufgesucht hat und hier ruhig im Wasser liegt. Wir lernen, daß diese Wale eine Gehirnhälfte quasi ausschalten, während sie schlafen, und wir können beobachten, wie alle paar Minuten ein Wal aufwacht, eine kurze Runde um uns und seine Artgenossen dreht, und dann an alter Stelle weiterschläft. Jupp, und wir mittendrin, einfach ein ganz besonderes Erlebnis.

01 in Orne Harbour wandern wir bis zur Spitze 02 ein toller Ausblick erwartet uns hier oben03 was fuer ein Wetter und Ausblick04 Blick in unsere Bucht05 Chinstrap Pinguine leben hier oben0607 wir erkunden die Gegend mit dem Zodiak08 Robben auf einer Eisscholle0910 Wale ziehen entlang der Gletscherwand1112 die Wale sind aufgewacht1314 eine grosse Gruppe Crab Eater Robben taucht auf15 ueberall sind Wale in der Bucht16

Zurück auf der Island Sky hat das Küchenpersonal das Mittagessen an Deck serviert. Bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen sitzen wir unter freiem Himmel und genießen das leckere Essen beim Anblick von Blasfontänen zahlreicher Buckelwale, die sich mittlerweile in die Bucht von Orne Harbour zurückgezogen haben. Nach dem Essen fährt das Schiff dann nur ein paar Kilometer weiter zur Fournier Bay. Wieder werden alle Zodiaks ins Wasser gelassen und die Crew fährt uns vorbei an zahlreichen Eisbergen, welche vom stetigen Wind bearbeitet und die bizarrsten Formen angenommen haben. Das Türkisblau der Eisschollen, Buckelwale die knapp an den Zodiaks vorbeischwimmen, und der letzte Seeleopard, der sich für uns auf einer Eisscholle räkelt…… der perfekt Abschluß eines perfekten Tages am Ende einer absolut grandiosen Reise.

17 besser gehts doch kaum18 unsere letzte Zodiaktour in der Fournier Bay19 auch hier sind wieder viele Wale20 die Bucht ist fuer ihre Eisberge bekannt2122 was kann man hier alles erkennen 2324 fauler See Leopard2526 Drachen Eisberg2728 die Island Sky im Eis

Schon hebt die Island Sky den Anker und es kommt der Teil, vor dem wir seit einiger Zeit schon etwas Bammel haben, die Fahrt durch die Drake Passage. Nate gibt uns noch vor dem Abendessen beim täglichen Briefing die Information, daß der Wetterbericht für die Zeit unserer Überfahrt eine „ruhige See“ voraussagt. Skeptisch schmeißen wir trotzdem mal rechtzeitig eine Tablette ein und hoffen, daß er Recht behält. Er behält! Die Drake Passage ist ruhig und wir können auch während der zwei Tage für die Rückfahrt das leckere Essen an Bord genießen. Der Umstand, daß wir bis auf einen einzigen Ausflug wegen des Wellengangs alle Exkursionen durchführen konnten, die vielen Tierbegegnungen und diese einzigartige Landschaft, all das hat hier wirklich Jeden überzeugt und man kann den anderen Reisenden wie uns die Begeisterung regelrecht ansehen.

Am letzten Abend gibt uns der Kapitän noch ein Schlußwort zum Champagner, die Crew bedankt sich und führt uns zum Abschied noch einen Videoclip vor, den Adam so nebenbei die letzten 3 Wochen von der gesamten Reise gedreht hat und auf dem wir noch einmal alles Erlebte Revue passieren lassen.

Jeden Abend hatte man beim Abendessen neue Tischpartner, was viele interessante Gespräche und Bekanntschaften ergeben hat. So sitzen wir beim Abschluss Dinner zusammen mit den Engländern Swati und John sowie den Crewmitgliedern Falcon Scott und Laura Zhang und werden ein letztes Mal vom holländischen Küchenchef verwöhnt.

01 Applaus fuer eine unvergessliche Reise02 unser letzter Abend wieder in netter Gesellschaft03 wir hatten koestliche Speisen04 unsere Tour

Bleibt noch zu erwähnen, daß es am vorletzten Abend die Gewinner des Fotowettbewerbs zu ermitteln gab. Adam hat von allen eingereichten Bildern die 5 schönsten zu den Kategorien Landschaft, Menschen, Wildlife, Kreativ und „Best of Trip“ in einer Vorauswahl ermittelt und dann anschließend die "Besten 5" jeder Kategorie den Passagieren einzeln vorgeführt. Danach wurde bei einem weiteren Durchlauf per Applaus des Publikums der jeweilige Sieger ermittelt. Ich war megastolz auf Claudia, da in den Kategorien Landschaft, Kreativ, Wildlife und „Best of Trip“ je ein Bild von ihr unter den besten 5 zur Auswahl stand. Daß eines von Claudias Fotos dann noch in der Kategorie „Best of Trip“ zum Sieger applaudiert wurde, setzte dem Ganzen dann noch die Krone auf.


 

Siegerbild Fotowettbewerb

 

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