Argentinien XXXI

 

argaiv1511

Unsere Reisefreunde sind weitergezogen und wir brechen nach 3 Wochen in Salta auf mit Ziel Humahuaca. Die Region nördlich von Salta bis hinauf zur Grenze nach Bolivien wurde uns schon mehrfach empfohlen und der Weg führt uns heute auf der „Ruta 9“ bis zum Stausee „Embalse Campo Alegre“. Nach einer ruhigen Nacht geht es auf einer schmalen, kurvenreichen Strecke durch die Yungas de Jujuy, einem feuchten Nebelwald, in die Provinz Jujuy. In Barcena angekommen nutzen wir die Chance, die müden Knochen nach der langen Pause in Salta mal wieder in Trab zu bringen. Der relativ einfache Trail zum Wasserfall „Cascada Santuyoc“ ist dafür perfekt geeignet.

01 an der Embalse Campo Alegre uebernachten wir02 es wird wieder etwas gewandert0304 hier faehrt kein Zug mehr05 sehr spezielle Bruecke0607 Cascada de Barcena0809 wir entdecken einen Condor101112 Unsere Mia macht alles mit

Am Nachmittag sind wir wieder auf der RN 9 unterwegs und fahren noch bis nach Tilcara, einem kleinen, touristischen Dorf auf 2.500 Metern Höhe. Zu dieser Jahreszeit ist nicht sehr viel Betrieb in dieser indigenen Region und wir stehen allein auf dem Campingplatz gleich am Eingang des Pueblos. Auch am Abend ist kaum was los auf den Straßen, aber wir finden ein ausgesprochen gutes Restaurant in der Nähe der Plaza. Im „El nuevo Progreso – Cocina & Arte“ gibt es sehr außergewöhnliche, leckere Speisen in „kunstvoller“ Umgebung.

01 wir sind in Tilcara02 sieht doch gleich viel freundlicher aus0304 Garkuechen an der Strasse0506 Abends ist kaum noch was los07 wir entdecken ein tolles Restaurant08 unsere gemalte Bestellung

Schon am nächsten Tag geht’s zur nächsten Wanderung. Am Parkplatz der „Quebrada de las Señoritas“ werden wir dem Guide Victor zugeteilt, da man die Quebrada nur mit Führer besuchen darf. Für 3 Stunden führt uns Victor durch die beeindruckende Felsenlandschaft und durch die teils sehr enge Schlucht der Quebrada de las Señoritas.

01 es geht zur Quebrada de las Senoritas02 man darf nur mit einem Fuehrer hierher  030405 ein beliebter Ausflug060708 in der Hitze ist es echt anstrengend0910 tolle Gegend1112 unser Schlafplatz

Wir parken am „Camping El Rincon“ in Humahuaca und stehen relativ gut auf dem ruhigen Platz oberhalb der auf 3.000 Meter gelegenen Ortschaft. Hier ist auch zu dieser Jahreszeit schon deutlich mehr los. Viele Touristen besichtigen den gemütlichen Ortskern mit seinen zahlreichen Geschäften, Restaurants und Cafés. Farbenfrohe Souvenirs in schmalen Gassen mit bunt bemalten Wänden lassen die Nähe zu Bolivien erkennen. Besonderes Interesse bei den Besuchern weckt aber das ehemalige Rathaus und jetzige „Museo del Musica“ an der „Plaza Sargento Mariano Gomez“. Eine Gelenkstatue des Spaniers „San Francisco Solano“ ist in einer Nische des im Kolonialstil gebauten Rathauses verborgen. Um 12 Uhr mittags öffnet die Nische ihre Pforten, der Evangelist Solana kommt zum Vorschein und segnet mit musikalischer Begleitung die Menschen auf der Plaza.

01 Humahuaca liegt auf fast 3000 Metern02 ein touristischer netter Ort 03 auch hier wieder interessante Wandmalereien040506 roter Mais070809 unterwegs im Mercado101112

Die Lage des Campingplatzes ist gut für diverse Spaziergänge den Hang hinauf zur Pena Blanca. Von dort oben bekommt man einen Eindruck über die Quebrada de Humahuaca und die Lage der Hauptstadt des gleichnamigen Departamentos. Eine Schlechtwetterfront ist angesagt und wir verschanzen uns für ein paar Tage hier am Camping El Rincon.

01 wir uebernachten oberhalb von Humahuaca02 direkt bei den Pena Blanca03 04

Das Wetter ist wieder besser und wir buchen uns einen Guide, der uns in seinem Allrad-SUV hinauf zum „Mirador A la cercanía de los 14 Colores del Hornocal“ bringt. Die Fahrt geht von Humahuaca ca. 25 km hinauf auf eine Höhe von 4.344 m. Dort erreichen wir einen Aussichtspunkt, der einen Blick auf eine imposante Bergwelt mit einer außergewöhnlichen Farbgebung freigibt. Mit zahlreichen anderen Touristen bestaunen wir diese tolle Landschaft und merken aber auch, daß es auf dieser Höhe schon extrem anstrengend ist, auch nur kleinere Anhöhen zu erklimmen.

01 Ausblick auf die Strecke nach Hornocal02 Guanakos neben der Strasse03 wir lassen uns fahren04 wir sind auf 4350 Metern05 Berg der 14 Farben 06 ein unglaublicher Anblick07 Mutter Natur08

Weitere Planungen in der Umgebung von Humahuaca fallen dem Auftreten starker Zahnschmerzen zum Opfer. Zügig führt uns der Weg nach Salta zu einer Zahnklinik. Schnell ist ein Termin zu einer Wurzelbehandlung verabredet und am Ende des nächsten Tages bin ich um eine Zahnwurzel ärmer und die Zahnschmerzen sind ad acta gelegt. Weiter geht die Erkundungstour der näheren Umgebung von Salta und wir besuchen die „Quebrada de San Lorenzo“. Nach einer kleinen Wanderung fahren wir auf den Camping Municipal, da mich eine Erkältung niederstreckt. Dort knickt Claudia beim Spaziergang mit Mia um und der Knöchel wird immer dicker. Irgendwie ist aktuell der Wurm drin.

01 Paseo Arte Guanaco an der Ruta 90203 gut dass wir keinen Platz haben04 eine weitere Farbpalette auf unserer Strecke05 das laendliche Leben06 ueber Salta geht es nach San Lorenzo07 historische Gebaeude080910 in der Quebrada de San Lorenzo1112

Der Ort San Lorenzo hat immerhin ein kleines Automuseum zu bieten. Kaum ist meine Erkältung einigermaßen im Griff bin ich auch schon dort. Klein, aber fein und unterhaltsam, und den Eintrittspreis von 1,- EUR auf jeden Fall wert, ist diese liebevoll gestaltete Ausstellung einer Privatperson, die sicherlich aus reichem Hause stammen dürfte.

01 auch ein kleines Automuseum gibt es im Ort 020304050607 es war einmal08

Nun führt uns der Weg über eine 4-spurige Autobahn nordöstlich, da es für uns mal wieder in Richtung Paraguay geht. Wir sind noch keine 20 km auf dieser, heute (Sonntag) wenig befahrenen Straße unterwegs, da hören wir ein sehr lautes „klack klack klack“. Sofort rechts ran und stehen bleiben. Ich nehme hinten links die Radzierblende ab und erkenne, die Achse ist nicht mehr in der Mitte des Reifens!???! Es fängt an zu regnen, toll. Telefon.... kein Signal, toll. Ich schnappe mir einen Regenschirm und geh auf die andere Straßenseite der Autobahn. Per Anhalter fahre ich bis zur nächsten Maut-/Polizei-Stelle in 6 km Entfernung. Hier habe ich Telefonsignal und hoffe, daß Guillermo, der Besitzer einer Werkstatt in Salta, bei der wir vor zwei Jahren unseren Sprinter reparieren ließen, auch am Sonntag ans Telefon geht. Er nimmt ab!! Er nennt mir einen Abschleppdienst mit Sattelschlepper, der uns innerhalb 90 Minuten abholt und uns zur Werkstatt bringt. Guillermo und sein Bruder Hernan warten schon auf uns. Der Abschleppdienst hat beim Aufladen mangels Geduld noch unsere hintere Stoßstange teilweise abgerissen – egal. Wir schlafen in der Werkstatt und am nächsten Morgen macht sich Mechaniker Mario an die Arbeit. Seine Erkenntnis: alle 6 Schrauben der Zwillingsrad-Aufhängung wurden beim letzten Austausch der Bremsscheiben kaputtgedreht. So konnte sich die Aufhängung im Lauf der Zeit langsam lösen. Zum Glück gingen die Räder auf der Autobahn nicht ganz ab! Zum Glück ist uns das hier in der Nähe von Salta passiert! Neue Schrauben werden organisiert und bei der Gelegenheit auch gleich neue Bremsscheiben und Beläge gekauft und eingebaut.

Nach zwei Tagen sind wir wieder on the road und wir bedanken uns bei Guillermo, Hernan, Mario sowie bei (!) unseren Schutzengeln.

01 nichts geht mehr02 ungewohnter Ausblick03 die Stossstange musste auch noch dran glauben04 Guillermo und Hernan erwarten uns schon05 wieder in Salta06 deswegen sind unsere Zwillingsreifen abgegangen07 Uwe reparariert die Stossstange08 Danke fuer eure unglaubliche Hilfe

Weiter geht’s in Richtung Paraguay. Auf halber Strecke biegen wir bei Las Lomitas ab und machen einen Abstecher zu den „Bañado La Estrella“, einem riesigen Sumpfgebiet mit der entsprechenden Tierwelt. Während ich mir wieder eine Erkältung eingefangen habe und für zwei Tage das Bett hüte, geht Claudia mit den Jungs der extrem freundlichen Touristen Polizei auf Erkundungstour. Sie kommt begeistert zurück und die Bilder sprechen für sich.

01 in den Banados de Estrella02 Kaiman03 wir sind im zweitgroessten Sumpfgebiet von Argentinien0405060708 Sie wollen den Fluss hinauf09 Jabirus1011 die Touristenpolizei zeigt uns die besten Plaetze12 Traumplatz fuer Ornithologen13 auch Flamingos leben hier1415 was fuer ein Sonnenuntergang16

Irgendjemand hat uns mal erzählt, die Ruta 86 entlang der paraguayischen Grenze, wäre asphaltiert und gut zu befahren. Ersteres stimmt, von gut befahrbar kann ab dem Ort „General Manuel Belgrano“ keine Rede sein. Wir probieren es für 7 km – Dauer 30 Minuten – dann werden die Löcher im Asphalt so groß, daß wir nicht mehr weiterkommen und wieder umkehren. Nach einer Nacht im Ort Belgrano fahren wir am nächsten Morgen über die RP23 eine alternative Route – kein Asphalt aber befahrbar. Der Grenzübergang nach Paraguay geht problemlos über die Bühne, nur das jetzt Claudia erkältet ist und wir uns in Asuncion überlegen, ob wir nicht mal ein Hotelzimmer nehmen sollten, um uns zu erholen.

01 von wegen keine Sau unterwegs 02 die Ruta 86 ist teilweise nicht mehr befahrbar03 die vorgeschlagene Alternativroute 04 und trotzdem kommen wir hier besser voran



<<< letzter Bericht --- nächster Bericht >>>