Chile XIII
Nach 10 Tagen auf dem Campingplatz Cobulto Estero geht’s zum Supermarkt Jumbo in Temuco und der Kühlschrank wird gefüllt. Wir wollen noch für ein paar Tage ans Meer und die chilenischen Strände besuchen. Wobei uns die Häfen der Fischerorte mit ihren Verkaufsständen besonders reizen. Auf dem Weg halten wir in Carahue und statten dem kleinen Freiluft-Eisenbahnmuseum des Ortes einen Besuch ab.
Wir erreichen noch am Abend den Strand des Fischerdorfes „Saavedra“. Am nächsten Morgen wird sich dann am Hafen ordentlich mit frischestem Fang des Tages eingedeckt. Und schon genießen wir wieder die Spaziergänge bei dieser typisch chilenischen Meeresbrise und kühlen Temperaturen.
Nur ein paar Kilometer weiter stehen wir dann am Strand der Ortschaft Nehuentue. Geparkt wird auf einer Wiese neben dem Parkplatz des Fähranlegers Balseo Monkul. Wir nutzen das Angebot der kostenlosen Fähre hinüber zur Halbinsel Monkul und spazieren über die Insel zum Ozean. Die Location gefällt uns so gut, daß wir uns entscheiden, hier morgen einen Strandtag einzulegen.
Unser Weg nach Norden führt uns in die Stadt Lebu. Mit ihren ca. 27.000 Einwohnern ist die Hauptstadt der Provinz Arauco ein wichtiger Wirtschaftsstandort in Chile. Rund 30 % der Fischproduktion Chiles stammen aus Lebu. Und auch der Kohleabbau spielte hier eine wichtige Rolle. Und genau neben einer ehemaligen Kohleabbau-Fabrik stehen wir zur Nacht auf einem Schotterplatz. In der gepflegten Anlage dieser stillgelegten Fabrik gibt es heute ein Museum. Wir nehmen das kostenlose Angebot an und erkunden im „Parque del Carbon“ die Geschichte des hiesigen Kohleabbaus.
Danach fahren wir in Lebu nur noch kurz entlang der Strandpromenade zum Playa Millaneco. Dort gibt es am Ende der Straße eine Höhle zu besichtigen, die „Cavernas de Benavides“. Nach dem Spaziergang am Strand und der Besichtigung der Cavernas ist es zu spät noch weiter zu fahren und wir entscheiden uns eine Nacht direkt hier an der wenig befahrenen Straße „Costa Mar“ zu verbringen.
Auf der weiteren Tour suchen wir, wenn möglich, immer Stellplätze am Meer. Claudia wird bei Arauco fündig und wir steuern den Parkplatz am Playa Arauco an. Das Lokal „Jardin Marino“ macht einen sehr einladenden Eindruck und wir bekommen dort ganz hervorragende Fischgerichte serviert. Nächster Halt ist in der Großstadt Concepcion. Wir besuchen noch den Fischmarkt, bevor wir am Nachmittag schnurstracks nach Cobquecura fahren.
Zum wiederholten Male stehen wir hier an der Loberia auf dem Parkplatz und genießen die Szenerie. Keine 50 Meter vom Strand entfernt befindet sich ein Felsen, den sich eine große Gruppe Seelöwen als Hauptstandort ausgewählt hat. Und das hat die Bewohner von Cobquecura dazu bewogen, eine schöne Parkanlage mit Strandpromenade, Restaurants, Toiletten und einigen kleinen Geschäften zu installieren. Außerdem wird ab und zu die Location von Wissenschaftlern genutzt, die das Verhalten der Seelöwen studieren. Dieses Mal sind einige Tierschützer unterwegs, die am Strand nach Jungtieren Ausschau halten und wenn möglich noch vor der Austrocknung retten. Wir entdecken beim Strandspaziergang auch ein paar angespülte Jungtiere, können aber von den Experten nicht in Erfahrung bringen, weswegen diese Tiere von ihren Müttern getrennt werden.
Die heutige Fahrt bringt uns keine 10 Kilometer. Am Playa Buchupureo sehen wir einen Parkplatz auf einer Sandbank. Der Zugang zum Strand ist mit diversen Brücken aufwendig konstruiert, die Strandpromenade ist mit Pflastersteinen schön angelegt. Der gesamte Anblick ist sehr einladend und macht uns neugierig. Somit parken wir auf dieser Sandbank und spazieren durch die Anlage und am Strand entlang. Schließlich entscheiden wir uns, den Rest des Tages hier zu verbringen und auf der Sandbank zu übernachten.
Und weiter geht’s an der Küste entlang in Richtung Norden. Wir wollen in Curanipe ein paar Tage am Strand Pause machen. Der Ort ist uns schon bekannt, der Stellplatz am Playa San Augustin ist wieder komplett frei und somit ruhig und friedlich. Die täglichen Strandspaziergänge gefallen uns und Mia im besonderen! Internetarbeit und kleinere Reparaturarbeiten werden erledigt und so nebenbei wird auch mal wieder unser Cobb-Grill angeschmissen, um den frischen Lachs zu räuchern, den wir am hiesigen Fischmarkt ergattern konnten.
Zur Zeit haben die Fischer alle Hände voll zu tun. Es ist die Saison des „Humboldt-Kalmar“. Wir beobachten die vielen Fischerboote fast jeden Morgen, wie sie Tausende dieser nachtaktiven Tintenfische an Land bringen. In ihren Pickups bringen die Fischer dann in großen Kisten die bis zu 50 kg schweren Fische zu den LKW´s, die in unserer Nähe auf die leckeren Tierchen warten.
Wir verlassen die Küstenregion Chiles und fahren landeinwärts. Nach einem Tag in der Shopping-Mall von Talca geht’s weiter in Richtung Paso Pehuenche. Doch noch nicht, um über die Grenze nach Argentinien zu fahren, denn wir haben uns mit Christiane und Horst auf der Strecke verabredet. Treffpunkt ist an der Mündung des Rio Claro in den Rio Maule direkt neben der Puente Claro. Die Brücke hat wohl durch Erdbeben oder Sturm ziemlich Schaden getragen und ist nur noch für Fußgänger zu benutzen. Und für ganz Hartgesottene gibt es hier sogar die Möglichkeit, ein „erfrischendes“ Bad im Rio Maule zu nehmen. Ich halte mich da vornehm zurück.
Nach drei gemeinsamen Tagen mit Christiane und Horst trennen sich unsere Wege wieder. Für uns geht’s über den Paso Pehuenche nach Argentinien. Die Landschaft entlang der nächsten 160 km über die Grenze und wieder hinunter ins Tal in Argentinien gefällt uns wie immer sehr gut. Bereits zum dritten Mal nehmen wir diesen Übergang. Und da kennt man halt dann schon die ein oder andere Sehenswürdigkeit oder Wandermöglichkeit auf der Strecke. Ein perfekter Abschied aus der diesjährigen Tour de Chile.
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