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Als wir Valdez verlassen hängen die Wolken tief im Tal und der Ausblick auf die schöne Berglandschaft dieser Strecke bleibt uns leider verwehrt. Wir möchten heute eigentlich Tok erreichen, um uns dort über die Straßenverhältnisse des „Top of the World Highway“ zu informieren, der ja auf unserem Weg nach Alaska vor drei Wochen noch gesperrt war. Aber kurz vor Tok reißt der Himmel auf, die Sonne blinzelt uns entgegen und wir ändern kurzerhand unseren Plan. Die Nabesna Road, eine schmale Schotterpiste, führt uns in einen Teil des Wrangell-St. Elias Nationalparks. Wir finden einen Übernachtungsplatz, dessen Rundblick auf den Kettle Lake und die Berge (u.a. Mt. Sanford mit knapp 5000 Metern) uns so beeindruckt, daß wir hier sogar noch einen weiteren Tag stehen bleiben. In Tok erfahren wir dann, daß der Highway nach Dawson City erst in zwei Tagen geöffnet wird und auch dann nur im Konvoi gefahren werden darf. So lange wollen wir aber nicht warten und müssen nun die gleiche Strecke wieder zurück, die wir schon vom Hinweg kennen. Der Grenzübertritt nach Kanada ist schnell erledigt und am Kluane Lake, der uns das letzte Mal schon so gut gefallen hat, ziehen wir erstmal die Handbremse an und bleiben bei sonnigem Wetter für ein paar Tage stehen. Arbeiten im und am Mobil werden erledigt.

01 Worthington Glacier am Highway02 Unser Alaskawetter03 Seealder im Anflug04 Oelpipeline in Alaska05 Weites Land06 Ausblick an der Nabesna Road

Plötzlich entdecken wir ca. 10 Meter hinter dem Wohnmobil die großen Fußspuren eines Grizzly’s, die zwei Stunden vorher noch nicht da waren. Wir sind baff, daß wir die Anwesenheit des Bären nicht bemerkt haben, obwohl wir uns die ganze Zeit außerhalb des Wohnmobils aufgehalten haben. Wesentlich aufmerksamer verbringen wir den Tag und am Abend bekommen wir den Burschen dann erstmals zu Gesicht. Wir interessieren ihn überhaupt nicht und so erfreut er uns auch in den folgenden Tagen mit ganz besonderen Spielchen während seines Erfrischungsbades im Kluane Lake.

07 Unerwarteter Besuch am Kluane Lake08-bei-jedem-wird-vorbei-ge09 Abendspaziergang10 Sportlicher Baer beim Steinweitwurf11 Schoene Landschaft12 Schoene Landschaft

Weiter geht es Richtung Haines. Wir machen einen kurzen Abstecher nach Klukshu, einem Indianerdorf, das heute nur noch als Sommercamp zum Fischfang dient. Dann geht es über den Chilkat Pass, einer interessanten Strecke mit einer baumlosen Hochebene und tollen Aussichten auf die Berge. Der nun erreichte, südwestliche Teil Alaskas, wird auch als Pfannenstiel bezeichnet, da er sich schmal und lang an der Küste entlang zieht. Einige Orte können landseitig nur über das kanadische Straßennetz erreicht werden, wie eben der kleine Ort Haines, der eingerahmt zwischen schneebedeckten Gipfeln und dem Ozean am Lynn Canal liegt.

13 Hauptsache der Grill funktioniert14 Anbau der besonderen Art15 Am Haines Highway16 Am Haines Highway17 Fischmuehle18 Mir ist langweilig

Wir besuchen Dalton City, eine Kulissenstadt, die für den Film „White Fang“ aufgebaut wurde und heute kleine Geschäfte und eine Brauerei beherbergt. Die Geschäfte werden kurz besucht, die Brauerei hingegen intensiv getestet. Eine Bierprobe mit fünf verschiedenen Sorten bringt das Ergebnis: zu bitter für unseren Geschmack und wir verzichten auf einen Großeinkauf.

19 Kulisse von Dalton City20 Bierprobe in der Brauerei21 Dalton City22 Ideen muss man haben27 Kreuzfahrschiff im Lynn Canal

Gut gelaunt buchen wir am Hafen von Haines die Fährüberfahrt nach Skagway und verbringen die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt am Chilkoot Inlet. Hier versuchen Lachse sich den Fluß aufwärts in ihre Laichgebiete zu kämpfen. Somit ein idealer Platz für Angler oder Bären, sich ein paar Leckerbissen aus dem Fluß zu fischen. Als erstes kommt eine Bärenmutter mit ihren zwei Kleinen vorbei und essen sich satt. Kaum sind die Drei wieder im Wald verschwunden, kommt die nächste Grizzly - Mutter mit ihrem Nachwuchs.

23 Haines24 Weisskopf Seeadler25 Erst links dann rechts schaun26 Mutti bringt das Essen

Die Fährüberfahrt dauert nur eine knappe Stunde und wir beobachten riesige Kreuzfahrtschiffe, die uns aus Skagway entgegen kommen. Es ist schon spät, als wir den Hafen erreichen, aber dank eines Tipps von Nicole und Martina finden wir auch im Dunkel der Nacht schnell ein ruhiges, angenehmes Nachtquartier am historischen Gold Rush Friedhof. Skagway wirkt wegen seiner bunten, restaurierten Hausfassaden noch immer wie die Western und Goldgräberstadt, welche sie im Jahr 1897 als Ausgangspunkt für den Klondike - Goldrausch war. Heute sind die Geschäfte herausgeputzt und extrem auf den Tourismus ausgelegt. Kein Wunder, stehen doch täglich mehrere Kreuzfahrtschiffe im Hafen, während deren Passagiere den überschaubaren Ort mit seinen 800 Einwohnern förmlich überrollen. Uns gefällt das bunte Treiben und wir flanieren an der Waterfront, streifen durch die Geschäfte und spazieren zum Bahnhof. Von hier aus startet eine beliebte Panoramatour mit einem nostalgischen Zug zum White Pass. Wir verzichten allerdings auf dieses teure Vergnügen und fahren fast die gleiche Strecke mit unserem Mobil. Auf einer serpentinenreichen Straße verlassen wir Skagway und betreten kurz nach dem White Pass wieder kanadischen Boden. Der Grenzübertritt ist auch diesmal schnell erledigt. Wir hoffen nun, daß der Steward Cassier Highway wieder geöffnet ist. Auch diese Straße war nämlich vor drei Wochen noch gesperrt, nur waren hier die großen Brände für die Sperrung verantwortlich.

 

28 Skagway29 Skagway30 Skagway31 Am Hafen von Skagway32 Schoene Hausfassaden33 Historischer Saloon34 Schoene Hausfassaden35 Skagway36 Frank Reid starb 1898 beim Pistolenduell37 Saloon von Skagway38 Da laesst es sich aushalten39 Skagway40 Zug zum White Pass

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