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An der Kreuzung zum Cassiar Highway stauen sich die Fahrzeuge in alle Richtungen. Wegen starker Rauchentwicklung war die Straße gestern den ganzen Tag gesperrt, doch heute soll wieder ein Konvoi über den Highway gelotst werden. Wir fahren erst einmal an dem Stau vorbei, um bei der Tankstelle, die direkt an der Kreuzung liegt, aufzutanken. Dort werden wir von einer Gruppe Indianern gefragt, wo denn dieses „Germany“ liegt, dessen Schriftzug auf unserem Mobil zu finden ist. Nach ein paar Minuten Palaver raten sie uns, daß wir auf sie achten sollen, um schnell in der Reihe des Konvois zu stehen, wenn es denn losgeht. Sie erklären, daß sie als erste Gruppe in den Konvoi gerufen werden, da sie in ihr Heimatdorf zu einer Beerdigung müssen und sie schon seit fast 24 Stunden auf das Ende der Straßensperrung warten. Ohne sie kann die Beerdigung nämlich gar nicht beginnen. Der Leichnam liegt auf dem Pickup vor uns in einer blauen Plastikplane.

01 Wir fahren im Konvoi den Cassiar Highway02 Es raucht noch immer 03 am Cassiar Highway04 Uebernachtungsplatz am Cassiar

Keine Stunde später wird alles recht hektisch, das Pilotfahrzeug ist startbereit und wir reihen uns in die Kolonne ein. Der Konvoi wird gute 60 Kilometer durch das verbrannte Gebiet gelotst. Der Rauch ist auch im Auto sehr unangenehm, während vereinzelte Bäume sogar unmittelbar am Straßenrand noch in Flammen stehen. Wir fahren noch bis zum Dease Lake und übernachten dort direkt am See. Die Landschaft, durch die der Cassiar Highway führt, ist ein echter Augenschmaus und wir genießen die Panoramafahrt über die Coast Mountains. Unterwegs treffen wir wieder auf Sabine und Theo, die wir schon im Juli am Kluane Lake kennengelernt haben. Sie möchten wie wir nach Stewart und Hyder und so steuern wir gemeinsam in diese Richtung, machen aber noch einen Zwischenstop an der blauweiß leuchtenden Gletscherzunge des Bear Glacier, die gleich neben der Straße in den Strohn Lake mündet. Bis Hyder ist es jetzt nur noch ein Katzensprung. Dieser kleine Ort liegt verschlafen bei Stewart gleich nach der südlichen Grenze zu Alaska. Sie nennt sich selbst „die freundlichste Geisterstadt Alaskas“. Am Campground treffen wir noch auf Rita und Rudi und verbringen gemeinsam nette Tage am Lagerfeuer, beim Wandern an den Fish Creek und beim Restaurantbesuch im „Bus“.

03 Gletscherzunge des Bear Glacier04 Bear Glacier05 stimmt 06 Verschleierte Landschaft07 Weisskopf Seeadler08 In Hyder leben Geister 09 Landschaft am Cassiar Highway10 Kanadische Strassenblockade

Unsere nächste Etappe führt uns nach Hazelton zu einer ehemaligen Siedlung der Gitwangak Indianer. Im Ksan Historical Village kann man traditionelle Langhäuser mit ihren bemalten Fronten und Totempfählen besichtigen. Nachdem wir auf unserem Rückweg den Hagwilget Canyon noch etwas näher betrachtet haben, halten wir kurz bei der Touristeninfo in Hazelton und entdecken dort ein Plakat, das auf ein am nächsten Tag beginnendes Rodeo in der Nachbarstadt Smithers hinweist. Alle bisherigen Pläne sind kurzer Hand auf Eis gelegt und keine Frage, auf nach Smithers!

11 Totempfaehle im Ksan Indian Village12 Totempfaehle im Ksan Indian Village13 Totempfaehle sind ganz schoen gross 14 Totempfaehle in Kispiox15 Totempfaehle in Kispiox16 Geheimnisvolle Berge17 Hagwilget Canyon

Als wir die Visitor Info in Smithers erreichen, freuen wir uns erst einmal über das Zusammentreffen alter Bekannter. Die bereits aus Hyder bekannte Weltenbummlergruppe wird noch ergänzt um Ingrid und Jörg, die wir schon am Lake Louise kennen gelernt haben. Abends ziehen wir gemeinsam zur Parade und danach geht’s ins Alphorn, zu lecker Essen und Bier. Es sei hier nur am Rande erwähnt, daß die Bedienung auch noch aus Deutschland stammt.

18 Parade in Smithers19 Ziemlich langweilig diese Parade20 Alle duerfen mitmachen21 Weltenbummler im Alphorn in Smithers

Das Rodeo in Smithers ist das Zweitgrößte in British Columbia. Es besteht aus einer Rodeoarena, großen Zelten mit Verkaufsständen der Farmer, einem Platz mit Karussells und Buden, einem separatem Gelände, auf dem die Rinder, Schafe und Schweine prämiert werden, einer Open Air Bühne für die Countrybands und zwei speziellen Parcours für Dressurreitwettbewerbe. In der Rodeoarena steht auch schon der erste Contest an. Die Cowgirls zeigen ihr Können beim Hindernisreiten um drei Tonnen, bei dem es vor allem auf Geschicklichkeit und Schnelligkeit ankommt. Die Zuschauer feuern Ross und Reiterin an und es herrscht eine tolle Atmosphäre. Am Abend steht dann das „Extreme Bullriding“ an. Ein Planwagen mit den mutigen Cowboys fährt in die Arena, die Jungs werden einzeln vorgestellt und alle gemeinsam verharren besinnlich, während die kanadische und die amerikanische Nationalhymne vorgetragen wird. Uns werden spektakuläre Ritte mit nicht immer gutem Ende für den Reiter geboten. Bewertet werden sowohl die Zeit, die sich der Reiter auf dem Rücken des Bullen halten kann, als auch die „Wildheit“ des Bullen. Um diesen deshalb so wild wie möglich zu machen, schnürt man ihm mit einem Gurt die Hoden ein. Kein Wunder also, wenn so ein gepiesackter Kamerad dann seinen abgeworfenen Reiter noch durch die Arena jagt und so mancher Cowboy noch eine schmerzhafte Verabschiedung bekommt. Viel zu schnell geht der erste Rodeotag vorbei und wir freuen uns schon auf den Zweiten.

22 Noch einmal innehalten23 Bullriding 24 Schau mir in die Augen Kleiner25 Bullriding26 Die Rache des Stiers27 Schnell und geschickt muss man hier sein28 Justin springt aufs fahrende Auto29 Sieht noch recht gut aus

Hier stehen neben einer weiteren Ausscheidung im Bullriding noch das Wildpferdreiten und verschiedene Wettbewerbe an, bei denen der Cowboy seine Geschicklichkeit auf dem Pferd und mit dem Lasso unter Beweis stellen muß. Die Stimmung ist heute noch besser als gestern und jeder heiße Ritt wird bejubelt und beklatscht. Leider wurde es nach Sonnenuntergang lausig kalt und wir konnten die Countrybands auf der Open Air Bühne nicht so richtig genießen, aber vielleicht haben wir ja irgendwo noch einmal die Möglichkeit ein Rodeo zu erleben , bei dem wir dann auch das abendliche Countryfest miterleben können.

 

30 Jetzt wirds akrobatisch31 Der Cowboy kaempft 32 Der Stier muss einfangen werden33 Geht nur mit der Notbremse34 Die Ladies sind ziemlich stuermisch35 Das wird ein unsanfter Abstieg36 Die Cowboys geben alles37 Stiere werden mit dem Lasso gefangen38 Suchbild   Wo ist der Cowboy39 Er ist unsanft gelandet40 Ein tolles Rodeo

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