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Auf dem Weg von der Golfküste im Osten Mexikos zur Pazifikküste im Westen ist unsere erste Station im Hochland der Ort Cholula, der gleich mit mehreren Sehenswürdigkeiten aufwarten kann. Uns hat vor allem die Tatsache gereizt, daß der Ort unmittelbar unter dem Popocatepetl, dem 5462 m hohen Vulkan, liegt, der im Dezember 2007 letztmals ausgebrochen ist und mit seiner schneebedeckten Kuppe ein wunderschöner Anblick sein soll. Uns wurde nicht zuviel versprochen, der Anblick ist atemberaubend. Vor allem, wenn man dabei eine weitere Sehenswürdigkeit mit in den Fernblick einbezieht, die Kirche Nuestra Senora de los Remedios auf der Pyramide Tlachihualtepetl. Diese Pyramide gilt mit einer Höhe von 66 Metern und einer Grundfläche von 450 mal 450 Metern als die Größte der Welt, ist aber unter Erdreich begraben und kann nicht mehr komplett freigelegt werden, da am Anfang des 16. Jahrhunderts die Kirche auf der zugewachsenen Pyramide errichtet worden ist.

01 Der Vulkan Popocatepetl ist noch immer aktiv02 ein besonderer Blickwinkel03 Nuestra Senora de los Remedios ist auf einer Pyramide gebaut04 Ausblicke auf Vulkan und Stadt

In Cholula, der „Stadt der Kirchen“ machen wir einen längeren Spaziergang zu der etwas außerhalb liegenden Kirche von Tonanzintla. Die Kirche ist das eindrucksvollste Beispiel mexikanischen Barocks. Von außen eher unscheinbar sind im Inneren die Decken und Wände mit Figuren von Engeln und Heiligen überladen. Leider ist es verboten, zu fotografieren.
Am Campingplatz zurück werden wir von Marty und Rick, die wir schon aus Catemaco kennen, mit einem köstlichen Chili con Carne in ihrem Trailer verwöhnt.

01 eine der vielen Kirchen in Cholula02 Templo de San Gabriel03 Kirchenfenster 04 mit dem Auto faehrt kein Schwein mehr05 Kirche Tonanzintla06 Barockengel mit Indianerschmuck07 wir haben keine TUEV Plakette gesehen08 bei Marty und Rick zum Chili Essen

Mit den Beiden machen wir einen Tagesausflug und es geht über endlos viele Topes zuerst zu einem Franziskanerkloster in Huejotzingo. Auf dem Weg nach Tlaxcala verirren wir uns dann mehrfach, was vor allem einer Straßenverkäuferin zu Gute kommt, bei der wir jedes Mal, wenn wir versehentlich wieder bei ihr vorkommen, einen leckeren, frisch gepreßten Orangensaft kaufen. In Tlaxcala angekommen machen wir eine kleine Ortsbesichtigung und können vom Kirchplatz aus direkt in die Stierkampfarena blicken. Anschließend geht es noch nach Puebla, der Volkswagenhauptstadt Mexikos. Puebla ist eine sehr schöne Stadt und hat viele historische Gebäude zu bieten. Wir spazieren durch den Artisanenmarkt zur Kathedrale, der zweitgrößten Kirche Mexikos. Auf dem Zocalo, dem großen Hauptplatz vor der Kirche, ist schon eine Bühne für die Osterfestivitäten aufgebaut und der Platz ist voll mit Besuchern. Wir gehen direkt am Platz in ein Restaurant und probieren eine der Spezialitäten Pueblas, die Mole Poblano. Eine Hähnchenbrust in einer dicken, aus bis zu einhundert Zutaten bestehenden, süßlich pikanten Schokoladensauce, mit Reis und Salat – ein sehr leckerer Abschluß unserer heiteren Rundfahrt, es gab viel zu lachen mit Marty und Rick.

01 Ehemalige Klosterkirche und Konvent in Huejotzingo02 wenige alte Wandmalereien schmuecken die Kirche03 Stierkampfarena in Tlaxcala04 auch Voegel werden rot05 am Artisanenmarkt06 Schoene Haeuser in Puebla07 am Zocalo von Puebla08 der Eingang der Kathedrale ist fuer Ostern geschmueckt

Die Reise geht weiter Richtung Westen über die Berge und durch viele kleine Dörfer. Beim Ort Emiliano Zapata hilft uns sogar die Polizei, den Weg zu unserem auserwählten Übernachtungsplatz Campestre zu finden. Damit wir nicht durch den Ortskern fahren müssen, geleitet uns kurzerhand ein Polizeiwagen die restlichen 10 km sicher teils über Feldwege zum Ziel.
Wir relaxen einen Tag und dann geht es auf kurvigen Straßen durchs Hinterland nach Valle de Bravo, wo wir etwas außerhalb direkt am Wasser beim Bootsanleger Embarcadero Laumase einen schönen Stellplatz finden. Wir spazieren durch Valle de Bravo, einem gemütlichen, kleinen Touristenort, in dem die Indiofrauen noch ihre traditionellen Trachten tragen. Nach einem Tag Pause geht es auf schönen, kleinen Straßen mit wenig Verkehr und vielen Kurven Richtung Patzcuaro. Außer uns genießt diese Strecke noch eine Gruppe von Motorradfahren aus Morelia, die allesamt auf BMWs durchs Gebirge fahren und uns interessiert nach unserer Reise befragen.

01 die Polizei zeigt uns den Weg02 unser Stellplatz  bei Valle de Bravo03 am Zocalo der Stadt04 die Frauen sind traditionell gekleidet05 auf den Strassen von Valle de Bravo06 die jungen Indianerfrauen gehen shoppen07 auf dem Markt08  treffen unterwegs nette Motorradfahrer

Nach sechs Stunden Fahrzeit für die 260 km erreichen wir Patzcuaro. Der Stellplatz für Wohnmobile beim Hotel Villa Patzcuaro ist sehr schön und wir entscheiden uns schnell, hier mal wieder ein paar Tage zu bleiben. Mit dem Boot geht es am Lago Patzcuaro zur Insel Janitzio. Schon von weitem erkennt man die 40m hohe, weiße Statue, die am höchsten Punkt der Insel erbaut wurde. Bei der Statue handelt es sich um José María Morelos, einem mexikanischen Priester und Führungspersönlichkeit im Kampf um die Unabhängigkeit Mexikos. Auf Janitzio leben die Einwohner vom Verkauf von Souvenirs und Snacks an die vielen Touristen, die hier Tag für Tag die Insel besuchen. Für uns ist die Bootsfahrt mit den vier Mariacchi Musikern und vorbei an den Fischern mit ihren Schmetterlingsnetzen das Highlight dieser Tour. Wieder zurück gönnen wir uns noch einen fangfrischen, lecker zubereiteten Fisch in einem der vielen Restaurants entlang der Hafenpromenade.

01 Kunstwerke entlang der Strasse zum kleinen Hafen02 Jeder will die Insel einfangen03 Isla Janitzo04 Fuer Unterhaltung an Bord sorgen die Mariachis05 Souvenirshops  entlang der Treppen06 Fischer mit Tradition07 Fischer mit ihren Schmetterlingsnetzen 08 Lecker Fisch zum Abschluss des Tages

Wie schon Valle de Bravo zählt auch die Stadt Patzcuaro zu den „Pueblos Mágicos de México“ und unterstreicht dies mit sauberen Straßen, schön hergerichteten Plätzen sowie vielen restaurierten Gebäuden. Nach dem Besuch der Basilika, der Kirche El Sagrario und einer Ausstellung von mexikanischen Spielzeugen geht es in das Haus der elf Innenhöfe. Das ehemalige Kloster der Dominikanerinnen ist ein sehr schöner Gebäudekomplex, in dessen Räumen eine Vielzahl regionaler Volkskunst ausgestellt und verkauft wird. Am Hauptplatz des Ortes, dem Vasco de Quiroga Platz, staunen wir in der parkähnlichen Grünanlage über die Lautsprecher (von Bose!), die sich neben jeder Sitzbank befinden und mit angenehmer Hintergrundmusik zum verweilen einladen.
Schließlich führt auch noch eine traditionell kostümierte Gruppe den Danza de los Viejitos – den Tanz der kleinen, alten Männer – mit ihren klappernden Holzsandalen vor.

01 Altes Tor in Patzcuaro02 in der Basilika von Patzcuaro03 mexikanische Antwort auf die Bremer Stadtmusikanten04 schoene Gassen  gibt es hier viele05 Arkaden entlang des Zocalo06 Templo del Sagrario07 Danza de los Viejitos 08 Danza de los Viejitos

Wir sind auf dem Weg nach Angahuan und stoppen zu einem kurzen Spaziergang durch den Parque Nacional Barranca del Cupatizio in dem Ort Uruapan. Quasi mitten in der Stadt liegend erreicht man hier eine andere Welt. Auf beiden Seiten des Rio Cupatizio führt uns ein Pfad vorbei an einer tropischen und subtropischen Pflanzenwelt, an kleinen Wasserfällen, an denen sich die einheimischen Jugendlichen mit aufreißerisch angekündigten Kopfsprüngen ein paar Pesos verdienen.

01 Parque Nacional Barranca del Cupatitzio02 exotische Blueten im Park03 eine Oase in der Stadt04 Uwe macht den Groessenvergleich05 Exotische Tierchen06 Wasserfaelle im Park07 bei diesem Klima bluehen die Pflanzen08 alles ist schoen angelegt

Im mexikanischen Bundesstaat Michoacán, zu dem auch Patzcuaro und Uruapan gehören, leben die Purepecha, ein Indiovolk mit noch über 200.000 Mitgliedern. Wir kommen durch viele Dörfer, in denen ausschließlich Purepecha wohnen und eines davon ist Angahuan. Die Frauen tragen alle ihre traditionellen Trachten, die Hauptsprache ist Purepecha und Hauptverkehrsmittel ist das Pferd.

01 in Angahuan sind die  Indianerfrauen noch traditionell gekleidet02 hier wird nur Purepecha gesprochen03 kleine Kirche im Ort04 ein seltener Anblick in diesem Ort

Wir fahren so langsam wie möglich über die löchrigen Schotter und Steinpisten von Angahuan, bis wir am anderen Ende das Centro Touristico erreichen, eine Anlage mit Bungalows, Zeltplätzen, einem Stellplatz für unser Mobil sowie einem Restaurant mit Aussichtsterrasse hin zum Vulkan Paricutin. Nachdem wir von hier aus auch auf das Lavafeld sehen können, aus dem nur noch ein Kirchturm herausragt, müssen wir nicht lange überlegen, als uns ein Purepecha-Indianer namens „San Diego“ fragt, ob wir an einer Besichtigung des Vulkans und der verschütteten Kirche zu Pferd interessiert sind.
Um 8 Uhr holt uns San Diego ab und es geht hoch zu Ross zum Paricutin. Dieser Vulkan ist erst im Jahre 1943 entstanden! Nach seiner „Geburt“ war er noch bis 1952 aktiv und hat die Dörfer San Juan Parangaricutiro und Paricutin unter seinen Lavamassen verschwinden lassen. Nach gut 2,5 Stunden erreichen wir den Vulkan, um dann die restlichen 300 Meter zum Kraterrand hochzuklettern und den Fernblick sowie den Blick in den Krater zu genießen.
Das Aufsteigen aufs Pferd fällt uns jetzt aber schon deutlich schwerer und gewisse Körperteile beschweren sich bereits über den in Mexiko üblichen Sattel aus Holz.

01 Uwe erkundet schon mal das Gebiet02 Frueh am morgen geht es los hoch zu Ross03 Unser Guide San Diego 04 Claudia hat das Ziel  vor Augen05 noch lacht Uwe 06 wir sind endlich am Kraterrand07 und haben einen tollen Ueberblick von hier oben08 Claudia freut sich schon auf die naechsten zwei Stunden im Sattel

Auf unserem Rückweg erreichen wir nach weiteren 2,5 Stunden eine kleine Bretterbudenstadt, von wo aus der Pfad zur Kirche des verschütteten Ortes San Juan Parangaricutiro beginnt. Wir binden die Pferde fest und San Diego zeigt uns den besten Weg über die Felsen der erstarrten Lava. Ein wirklich faszinierender Anblick, wie die Kirche im Lavafeld liegt. Der Lavastrom hat den Kirchturm nicht zerstört und ist unmittelbar vor dem Altar zum Erliegen gekommen.

01  Ziemlich fertig erreichen wir San Juan Parangaricutiro02 wir machen uns auf den Weg zur Kirche03 Genau vorm Altar haben die Lavamassen gestoppt04 nur noch die Kirche ragt aus dem Lavagestein

Wer denkt, Reiten wäre nur für das Pferd anstrengend, der irrt gewaltig. Obwohl das Sitzen immer noch sehr schwer fällt, fahren wir am nächsten Tag weiter an den Lago de Chapala, den größten See Mexikos. Der Campingplatz Roca Azul liegt ruhig und direkt am See und ist mit Swimmingpool und großem Thermalbecken genau das, was wir jetzt brauchen. Nach zwei Erholungstagen geht es entlang der Ruta del Tequila vorbei an riesigen Agavenfeldern bis zur Pazifikküste. Hier genießen wir bei San Cruz unseren ersten Sonnenuntergang am Meer.

01 Erholung im Thermalpool am Lake Chapala02 Kleiner Leuchtturm am Campingplatz mit Seeblick03 so schoen wie er ist aber wir verzichten gerne04 wir geniessen unseren ersten Sonnenuntergang an der Westkueste

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