Wir sind in Chiapas, einem der ärmsten Staaten Mexikos, und erreichen dort am späten Nachmittag unser nächstes Ziel. Palenque, eine ehemals bedeutende Mayastadt, liegt mitten im Dschungel und ist bekannt für seine noch sehr gut erhaltenen Tempel, obwohl bisher nur ca. 5 % der Stadt ausgegraben wurden, während der Rest noch vom Dschungel überwuchert ist. Wir übernachten auf dem schönen Platz des Hotels Mayabell und hören nachts aus allen Richtungen die uns schon bekannten Rufe der Brüllaffen. Am nächsten Morgen geht es dann zu Fuß zur knapp 2 km entfernten Ruinenstadt, in der sich deutlich mehr Touristen tummeln, als bei unseren zuletzt besuchten Ausgrabungsstätten. Das schönste Gebäude, der Tempel der Inschriften, ist heute leider gesperrt und wir müssen uns mit dem Außenanblick begnügen. Deswegen entgeht uns die Besichtigung des mysteriösen Grabsteins, auf dem ein in Stein gehauenes Bild eines raketenbetriebenen Raumschiffes zu sehen sein soll. Dafür beeindruckt uns der „Palast“ umso mehr. Aus dem 100x80 m großem Gebäudekomplex ragt ein 4-stöckiger Turm heraus und an vielen Wänden im Innen- und Außenbereich sind noch gut erhaltene Reliefs zu entdecken. Im Palast selbst kann man zudem zahlreiche Räume und Gänge sowie mehrere Innenhöfe besichtigen. Die vierstündige Besichtigung aller Tempel der Anlage ist bei der Hitze für uns das perfekte Fitneßprogramm und wir sind froh, daß wir uns danach im Pool des Hotels Mayabell von den Strapazen erholen können. Abends sitzen wir dann noch gemütlich mit Montse und Aleksander aus Mexico City zusammen und tauschen bei einem gemeinsamen Abendessen vor unserem Wohnmobil Erfahrungen aus .

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01 Palast von Palenque02 Inschriftentempel03 Stuckrelief mit Herrscherportraet04 Exotische Pflanzen05 Claudia am Blattkreuztempel06 mit Blick auf den Sonnentempel07 Dornenbaum08 im Palast09 es geht durch einen Tunnel10 gut erhaltene Steintafeln 11 Blattkreuztempel12 es geht zum Kreuztempel13 toller Ausblick auf die Ruinenanlage14 das einzig Vernuenftige bei der Affenhitze15 Sonnentempel16 Fitnesstraining bei tropischen Temperaturen17 Blick auf die Nordgruppe18 kleiner Bau bei der Nordgruppe19 ehemaliges Bad der Koeniginnen20 Wasserfall des Rio Murcielago

Nach Palenque wollen wir weiter abgelegene Ecken von Chiapas erkunden und fahren auf der einsamen Straße Carretera Fronteriza del Sur entlang der Grenze zu Guatemala durch üppig grüne, tropische Landschaften, wo wir nach rund 150 km die kleine Ruinenanlage Bonampak erreichen. Diese wird von der indigenen Gruppe der Lakandonen verwaltet, die hier im Regenwald leben und sich selbst als "Hach Winik", die "wahren Menschen", bezeichnen. Die traditionell in weißen Tunika gekleideten Lakandonen Männer mit ihren langen schwarzen Haaren fahren uns in ihrem klapprigen Bus zu der kleinen Anlage mitten im Dschungel. Bonampak bedeutet „bemalte Wände“, und so ist das Interessanteste dieser Kulturstätte der Templo de las Pinturas, wo noch gut erhaltene bzw. auch schon restaurierte Wandmalereien zu bewundern sind. In drei gewölbten Sälen wird bildhaft erzählt, wie sich das Leben hier während seiner Blütezeit zwischen 650 und 800 n. Chr. abgespielt haben soll. Noch gut erkennbar sind auf den bemalten Wänden Vorbereitungen zu einem Fest, musikalische Darbietungen sowie Kampfszenen und Menschenopfer.

01 Kinder halten Autos an um ihre Ware zu verkaufen 02 im alten Bus geht es durch den Lakandonen Dschungel03 die gut erhaltene Wandmalereien von Bonampak04 die Bilder sind aus dem 8ten Jahrhundert05 Bonampak ist eine kleine Ruinenanlage06 Steinrelief auf einer Stele07 Lakandonen fuehren durch die Anlage08 ein junger Bruellaffe nimmt reisaus

Wir übernachten in der nahegelegenen Siedlung Lacanja Chansayab im Campamento Lacandones und nutzen am nächsten Morgen die Gelegenheit zu einer geführten Wanderung durch den lakandonischen Dschungel. Victor holt uns am Wohnmobil ab und es geht auf schmalen Pfaden zuerst zu der Unterkunft seiner Familie. Er stellt uns seine Geschwister vor und zeigt seine Haustiere, zu denen auch ein kleines Affenbaby sowie ein großer roter Ara, ein vom Aussterben bedrohter Guacamaya, gehört. Wir wandern durch den Regenwald zu erfrischenden Kaskaden und einem Wasserfall. Das Interessanteste aber sind Victors Erläuterungen zu den Pflanzen, die links und rechts am Wegesrand wachsen. So gibt es scheinbar für alle Krankheiten im lakandonischen Dschungel eine Art Heilpflanze, Wurzel oder Baumrinde, die von den Indianern zum Heilungsprozeß verwendet wird. Nach der Ankunft bei den Kaskaden kommen wir sogar noch in den Genuß eines speziellen Wurzeltees, der zur Reinigung der Nieren getrunken wird. Die interessante Wanderung mit dem netten Führer Victor hat uns sehr viel Spaß gemacht hat.

01 wir machen eine Wanderung in den Dschungel02 Victor erklaert uns Flora und Fauna03 Lianen04 Kaskaden im Urwald05 Kaskaden06 am riesigen Mahagoniebaum07 Victor hat uns einen Tee aus Wurzeln zubereitet08 und zwar aus den Wurzeln dieses Baumes09 gut getarntes Blattinsekt10 toller Wasserfall im Dschungel11 Victor vom Stamm der Lakandonen12 kleine Orchideenblueten13 du hast aber auch ein schoenes Fell14 dich lass ich nicht mehr los 15 im Dschungel wird modern kommuniziert 16 einer kleiner Lakandone kommt vom spielen zurueck

Und noch eine weitere Ruinenanlage steht auf dem Programm. Keine 30 km von Bonampak entfernt übernachten wir bei dem Ort Frontera Corozal, um Tags darauf zeitig mit einem der zahlreichen Boote die Fahrt nach Yaxchilan, das nur auf dem Wasserweg zu erreichen ist, anzutreten. Diese Mayastätte liegt abgeschieden im Grenzland am Ufer des Rio Usumacinta, der hier die natürliche Grenze zwischen Mexiko und Guatemala darstellt. Kurz vor neun Uhr morgens sind wir die ersten Anwärter zu der Bootstour und es dauert eine Weile, bis wir uns mit einem der Bootsführer auf einen vernünftigen Preis geeinigt haben. Dann geht es rund 40 Minuten mit stolzem Tempo zum Eingang der mitten im Dschungel liegenden Ruinenstadt. Auch Yaxchilan war eine bedeutende Mayahochburg und befand sich unter anderem auch im Krieg mit Palenque. Erster Gebäudekomplex auf dem Dschungelpfad ist das Labyrinth. Mit Taschenlampen ausgestattet kann man sich darin zwar nicht verlaufen, aber bei genauem Hinsehen so einige unangenehme Tierchen entdecken, wie z.B. riesige Spinnen oder zahlreiche Fledermäuse. Rund zwei Stunden braucht man für die Besichtigung der tollen Anlage, bis es im Eiltempo wieder zurück nach Frontera Corozal geht. Zeitig genug, um noch die Weiterfahrt nach Las Guacamayas anzutreten.

01 auf dem Rio Usumacinta geht es nach Yaxchilan02 die Anlage liegt mitten im Dschungel03 wir sind heute die ersten Besucher04 Geschichten in Stein gemeiselt05 das Gebaeude el Laberinto06 hier geht es hinein ins dunkle Labyrinth07 wir gehen auf Entdeckungstour08 Fledermause haengen von der Decke09 wir finden sehr seltsame Tiere10 ein magischer Ort11 uralter Baum des Regenwaldes12 Figur des Herrschers Vogel-Jaguar13 der Koenigspalast14 ein Tukan in den Baeumen15 geheimnisvolle Maske 16 Yaxchilan bedeutet Ort der gruenen Steine17 Maya-Glyphen auf einer Relieftafel18 wir erkunden die Nebenanlagen19 sogar im Regenwald ist Deutschland praesent20 der Rio Usumacinta trennt Mexiko und Guatemala

Die Weiterfahrt führt uns noch tiefer ins Hinterland von Chiapas, und das auf den wohl schlechtesten Straßen, die wir bisher gesehen haben. Hier nachts zu fahren kann man durchaus als lebensgefährlich bezeichnen. An vielen Stellen ist die Straße stark abgesunken oder gar gänzlich weggebrochen, ohne daß diese Stellen besonders markiert wären. Wir benötigen trotz Tageslicht über 4 Stunden für die knapp 100 km und erreichen erst am Abend den kleinen Ort Reforma Agraria. Ein Kioskbesitzer des Ortes bietet seine Wiese als Stellplatz für Camper an, was wohl der Grund dafür sein dürfte, daß uns der Geschäftsführer des Centro Ecoturistico nicht auf seinem Parkplatz übernachten läßt. Unser Stellplatz liegt ruhig und nahe am Fluß Rio Lacantun und wir stehen sehr schön inmitten tropischer Bäume und Palmen. Insofern von Vorteil, da dies hier eine der letzten Gegenden ist, wo man den roten Ara noch zahlreich antreffen kann. Den ganzen Tag wird uns unter lautem Papageiengekrächze ein farbenfrohes Schauspiel geboten. Wahrlich wunderschöne Vögel. Nach zwei Übernachtungen fahren wir weiter entlang des Rio Lacantun und sind froh, daß wir genug Sprit im Tank haben, da es auf der gesamten Strecke nur eine Tankstelle gibt und das Benzin oder der Diesel aus den am Straßenrand angebotenen Flaschen und Kanistern uns nicht so geheuer ist.

01 eine Strasse mit Ueberraschungen02 hier fehlt gleich ein Stueck der Fahrbahn 03 in Las Guacamayas leben die roten Papageien04 geschaeftiges Treiben im Baum 05 ganz verliebt 06 ein Ara im Tiefflug07 idyllischer Stellplatz unter Palmen08 der Ort liegt direkt am Rio Lacantun09 das Ecotouristic Centro10 kleine aber feine Anlage11 schoene Schmetterlinge gibt es hier 12 die roten Aras sind vom Aussterben bedroht 13 kreischend ziehen sie ihre Runden 14 die Fahrt geht weiter entlang des Rio Lacantun15 unterwegs die einzige Tankmoeglichkeit16 Grosseinkauf am Strassenrand

Wieder in westlicher Richtung unterwegs, immer noch entlang der Grenze zu Guatemala, werden wir ein paar Mal vom Militär kontrolliert und unser Großer neugierig "durchsucht". In vielen Serpentinen geht es aus der tropischen Region stetig hinauf in das fruchtbare Hochland und wir halten in Lazaro Cardenas an einer alten Hacienda. Die zwischenzeitlich zu einem Hotel umfunktionierte Hacienda Santa Maria bietet einen kleinen Einblick in den Kolonialstil des 17. Jahrhunderts. Außerdem ist die im Areal befindliche Kirche zu einem kleinen Museum umgestaltet worden, in dem einige religiöse Figuren und Ölgemälde von meist unbekannten Künstlern zu betrachten sind.

01 es geht hinauf ins fruchtbare Hochland02 Bauern auf dem Weg zum Feld03 Hacienda Santa Maria04 religioese Gemaelde im kleinen Museum05 antike Figuren aus dem 17ten Jahrhundert06 wir besichtigen die Hacienda07 Speisezimmer08 ein alter Ofen09 die Kueche wird noch immer benutzt10 hier kann man auch uebernachten11 Snackpause am Strassenrand 12 eine fleissige Helferin

Auf dem Weg nach San Cristobal de las Casas machen wir noch einen Abstecher zu den fünf Wasserfällen von El Chiflon an dem Fluß Rio San Vicente. Da das abgesperrte Areal des Centro Ecoturistico auch Cabanas, ein Restaurant und zahlreiche Souvenirshops bietet, ist es uns erlaubt, gegen kleines Entgelt, auf dem Parkplatz zu übernachten. Der 1,2 km lange, gut ausgebaute Weg führt über zahlreiche Stufen hinauf bis zum unteren Bereich des größten Wasserfalls „Cascada Velo de Novia“. Der anschließende Wanderweg zum oberen Wasserfall, dem Cascada Quinceanera, ist ab 16 Uhr gesperrt und wir machen uns am nächsten Morgen noch einmal auf den Weg, um die Wasserfälle von oben zu betrachten. Ein ziemlich anstrengender, aber sehr lohnenswerter Aufstieg, der uns ganz schön zum schwitzen bringt.

01 einer der Wasserfaelle von El Chiflon02 Blick von oben auf die kleinen Kaskaden 03 erfrischende Bademoeglichkeit04 dieser Wasserfall hat schon 50 Meter 05 Velo de Novia ist der hoechste Wasserfall mit 120 Metern06 die Haelfte des Weges haben wir schon geschafft07 Ausblick ins Tal von ganz oben08 die Cascada Quinceanera liegt am hoechsten Punkt

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