Wir verlassen die Gegend um den Tenorio Vulkan und Charlotte begleitet uns. Die sehr sympathische Studentin aus Berlin ist alleine mit ihrem Rucksack unterwegs und wohnte für zwei Tage in dem Hostel von Jorge in Bijagua. Das Angebot, mit uns an den Arenalsee zu fahren, schlägt sie nicht aus und zu dritt geht es zuerst in ein kleines Indianerreservat. Die Maleku Indianer leben in der Gegend von San Rafael de Guatuso und bieten in einigen kleinen Kommunen einen Einblick in ihr Leben. Wir nehmen an einer kurzen Tour durch den Dschungel teil, bei der uns ein Maleku sämtliche Pflanzen und deren Nutzen für die Indianer erklärt. Danach wird uns in einer Hütte von kleinen Kindern ein ritueller Tanz in ihrer traditionellen, aus Baumrinde erstellten Kleidung vorgetragen.

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01 wir besuchen das Reservat der Maleku02 Fuehrung durch den Dschungel03 Kakaopflanze04 ein Helmbasilisk am Ufer05 wir ueben mit traditionellen Pfeil und Bogen06 die Kleidung ist aus bearbeiteter Baumrinde07 Charlotte die weisse Maleku08 eine kleine Malekuindianerin

Nach der Führung fahren wir zum Arenal See und halten bei Franz, einem Schweizer, der sich ein Stück alte Heimat in Costa Rica aufgebaut hat. Die Häuser, Scheunen, eine kleine Kapelle, die saftigen Wiesen mit original schweizer Kühen, eine Eisenbahn, und nicht zuletzt die leckeren Gerichte in seinem Restaurant vermitteln uns den Eindruck, wir wären in unserem südlichen Nachbarland. Man darf bei Franz kostenlos am Parkplatz übernachten sowie Strom, Dusche und Swimmingpool nutzen. Am Abend sitzen wir gemütlich im Restaurant und genießen das Züricher Geschnetzelte gemeinsam mit einem weiteren deutschen Ehepaar, das mit ihrem Expeditionsmobil auch von Norden kommend nach Südamerika unterwegs ist und wie wir schon oft von dieser kleinen schweizer Idylle gehört haben.

01 Willkommen in der Schweiz02 wir werden freundlich begruesst03 interessante Bluete04 wir sind noch immer in Costa Rica05 wie zu Hause06 sogar eine eigene Kapelle ist vor Ort07 die kleine Schweiz am Arenalsee08 nett ist es hier

Dann geht es weiter in das nur wenige Kilometer entfernte Nuevo Arenal. Bevor wir den schön gelegenen Stellplatz direkt am See aufsuchen, halten wir noch bei Tom´s Bäckerei. Bei dem gelernten Bäcker aus Waltenhofen im Allgäu bekommen wir das beste Brot, das uns auf unserer bisherigen Tour durch Nordamerika untergekommen ist. Auch seine Croissants und Gebäckteilchen sind ausgezeichnet und wir sind froh, daß seine Bäckerei nur 5 Minuten Fußweg vom See entfernt liegt.

01 wir fahren entlang des Arenalsees02 und bleiben in Nuevo Arenal03 hier gibt es koestliche Backwaren04 Toller Stellplatz mit Ausblick05 auch Charlotte gefaellt es hier 06 Arenalsee07 unterwegs koennen wir den Vulkan Arenal sehen08 nur die Spitze ist eingehuellt

Nach zwei Nächten am See fahren wir nach Fortuna, einem Ort der direkt unterhalb des Vulkans Arenal liegt und von vielen Touristen besucht wird. In einem der zahlreichen Hotels um den Vulkan halten wir und erhalten die Erlaubnis, auf dem Parkplatz zu übernachten und tagsüber den Swimmingpool und die Thermalbecken zu nutzen. Die Lage des Hotels ist einmalig und wir genießen den Blick auf den Vulkan direkt aus einem der idyllisch in die Landschaft integrierten Becken.

01 heute zeigt sich der Vulkan in voller Pracht02 Poollandschaft mit grandiosem Blick03 so faengt der Tag perfekt an04 Bluete der Ingwerpflanze05 eine tolle Anlage 06 zwei Geniesser07 einfach nur schoen08 zwei Badenixen09 Helmbasilisk10 in der warmen Thermalquelle11 schoen integriert in die Landschaft12 hier hat es uns gefallen

Die Motorleistung unseres Großen läßt die letzten Tage etwas zu wünschen übrig und nachdem wir bei einer Bergsteigung mittendrin komplett stehen bleiben, entscheiden wir uns, nach San Jose zu fahren und den dortigen Mercedeshändler aufzusuchen. Auf dem Weg dorthin müssen wir uns leider von Charlotte verabschieden. Die drei Tage mit ihr waren sehr schön und unterhaltsam. Während sie sich nun auf den Weg in den nächsten Nationalpark macht, kämpfen wir uns durch die Stadt und finden recht schnell die große Mercedeswerkstatt. Es ist heute schon zu spät und wir erhalten einen Termin für den nächsten Morgen, dürfen aber in der Werkstatt übernachten. Nach einer Nacht an einem der wohl sichersten Übernachtungsplätze in der Hauptstadt Costa Ricas kommt der deutschsprechende technische Leiter Herr Höpker und nimmt sich persönlich unseres Problems an. Das Diagnosegerät erkennt auch schnell das Problem und nachdem das Ladedruckventil erneuert worden ist, fährt unser Großer wieder wie gewohnt. Zog sich der Austausch des Ventils auch etwas in die Länge, muß man dem Service dieser Werkstatt trotzdem ein besonderes Lob aussprechen. Übernachten innerhalb der Werkstatt, Duschen und Toiletten wurden angeboten, für das Mittagessen in der Kantine gab es kostenlose Gutscheine und selbst eines der Büros wurde uns angeboten, um dort nachts das TV-Gerät zu nutzen. In Deutschland ist so ein Service wohl undenkbar.

01 es geht Richtung Hauptstadt02 wir verbringen die Nacht in der Werkstatt03 Unser Grosser am Diagnosegeraet04 Herr Hoepker erklaert das Problem

Wir verlassen das Werksgelände und nutzen die Gelegenheit zum Großeinkauf in San Jose. Wieder ist es spät und wir suchen uns ein Plätzchen in einem der besseren Stadtviertel San Jose´s. Das Viertel ist dann wohl doch etwas zu edel und so ein Wohnmobil ist ja auch eine äußerst verdächtige Karosse. So hat scheinbar jemand zu später Stunde starke Bedenken und läßt uns von zwei mit Blaulicht heranpreschenden Streifenwagen aus dem Bett holen. Nach kurzer Erklärung unsererseits und dem kontrollieren unserer Pässe verabschieden sich die Polizisten aber wieder und wir verbringen eine ruhige Nacht. Nach dem Frühstück geht es dann in Richtung Vulkan Poas. Auf dem Weg dorthin besichtigen wir noch kurz einen Park um ein kleines Schlösschen, das angeblich ein Franzose im 19. Jahrhundert hier gebaut haben soll. Die nette Anlage ist aber normalerweise gar nicht zu besichtigen, da sie sich in einem Privatclub befindet und den wohlhabenderen Costa Ricanern als Freizeitpark zur Verfügung steht. Doch eine Angestellte hat Verständnis für unsere Neugier und erklärt sich freundlicherweise bereit, uns durch die ganze Anlage zu führen. Wir revanchieren uns dafür mit einer Führung durch unser Wohnmobil.

01 wahrscheinlich das einzige Schloss in Costa Rica02 es geht durch eine Allee03 wir sind in einem Privatclub04 klein aber fein

Nach der Besichtigung der Burg fahren wir die kurvige Straße hinauf zum Vulkan Poas. Die Wanderung zum Krater soll sich nur am Morgen lohnen und wir parken unser Mobil unmittelbar vor dem Tor des Poas Nationalparks in 2500 Metern Höhe. Nach einer sehr ruhigen, sternenklaren Nacht gehen wir früh am Morgen als erste Besucher in den Park. Die Wanderwege sind hier gut angelegt und nach 15 Minuten erreicht man den Kraterrand. Aus dem Kratersee dampft der Poas diesen Morgen noch ordentlich aus allen Ritzen und man kann nicht allzu viel erkennen. Der Krater selbst ist aber sehr groß und beeindruckend. Wir gehen noch einen zweiten Wanderweg, der zu einem früheren, mittlerweile erkalteten Kratersee, der Laguna Botos, führt.

01 Blick in den Krater des Vulkan Poas02 es dampft aus dem Vulkansee03 wir sind auf 2700 Metern04 Laguna Botos05 frueh ist es noch ganz ruhig im Park06 ein Kolibri07 der Himmel reisst etwas auf08 Wasserfall am Strassenrand

Uns zieht es eigentlich wieder Richtung Meer. Wir wollen aber in Atenas Zwischenstation machen und fahren einen Schleichweg über die steilen kurvenreichen Berge, die nur eine sehr langsame Fahrweise zulassen. Als wir durch das Bergdorf Sarchi fahren, ist es daher schon ziemlich spät und es regnet in Strömen. Sarchi ist für seine bunten Ochsenkarren bekannt und wir parken vor einer Fabrik, die seit Jahrzehnten diese Art Karren in allen Größen herstellt. Auf Grund der aufwendigen Bemalung und der Schnitzereien sind diese Art Ochsenkarren heute wohl eher Schmuck- bzw. Ausstellungsstücke, statt Fortbewegungsmittel. Freundlicherweise läßt uns der Fabrikbesitzer auf seinem abgesperrten Grundstück übernachten und wir können in seiner Fabrik die Arbeiter bei der Produktion der „Kunstwerke“ ganz genau beobachten.

01 ein alter Ochsenkarren02 in der Werkstatt03 ein Schmuckstueck steht im Garten04 die Karren werden handbemalt

Am nächsten Morgen erreichen wir den Ort Atenas um die Mittagszeit. Atenas hat den Ruf, das weltweit(!) beste Klima zu haben, was natürlich viele Ausländer aus den USA und Kanada, aber auch aus vielen europäischen Ländern anzieht. Wir fahren zunächst auf den großen Parkplatz des Supermarktes am Stadtrand von Atenas. Nach dem Einkauf spricht uns Theo an, der seit vielen Jahren hier wohnt und sich über unser Auto mit dem deutschen Kennzeichen gewundert hat. Theo ist begeistert über die Geschichte unserer Reise und lädt uns spontan ein, auf seinem Grundstück zu parken und er bietet uns an, seinen Swimmingpool und seine Dusche nutzen zu können. Gerne nehmen wir das Angebot an und folgen seinem Wagen in sein kleines Paradies, in dem er mit den 4 Hunden Gipsy, Chica, Linda und Nico lebt. Claudia und Theo zaubern täglich leckere Schlemmermenüs in der großen Küche. Dank Theo und seinen 4 Kumpelchen fühlen wir uns hier pudelwohl und da auch sonst die Chemie zwischen uns stimmt verlängern wir immer wieder unseren Aufenthalt. Das Meer kann ja warten und läuft uns nicht davon.

01 wir stehen bei Theo im Garten02 hier fuehlen wir uns gleich wohl 03 lauter zufriedene Gesichter04 Schmetterlingspause05 Gymnastik am Morgen06 danach geht es in den Pool07 Uwe schreibt am neuen Reisebericht08 Theo und Claudia zaubern in der Kueche09 frische Ware direkt vom Markt in Atenas10 wir sehen einen blauen Papagei11 Theo hat Gaeste eingeladen12 Abends wird gekuschelt

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